Handwerk befürchtet mehr Schwarzarbeit wegen Inflation
Berlin (Reuters) - Das Handwerk fürchtet wegen der stark steigenden Lebenshaltungskosten eine weitere Zunahme der Schwarzarbeit.
"Die hohe Inflation belastet die privaten Haushalte", sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Dadurch steige die Versuchung, mittels Schwarzarbeit Geld zu sparen. Die Schattenwirtschaft wachse aber schon seit der Anhebung der Mehrwertsteuer 2007 auf 19 Prozent kräftig. Um diesen Trend zu stoppen, fordert Schleyer, den Steuerbonus auf legale Handwerksleistungen in privaten Haushalten anzuheben. Private Kunden sollten bis zu 1000 Euro vom Staat zurückbekommen können. Bislang sind es maximal 600 Euro.
Unter der hohen Inflation leidet Schleyer zufolge vor allem das konsumnahe Handwerk, wozu etwa Friseure und Bäcker gehören. "Wenn mehr Geld für Energie und Lebensmittel ausgegeben werden muss, bleibt weniger für das Handwerk übrig", sagte der Generalsekretär. Für 2008 erwartet der ZDH weiter ein Umsatzplus von einem Prozent, weil es für industrienahe Betriebe trotz sinkender Auftragseingänge noch gut laufe. Preisbereinigt bedeute dies aber angesichts von Inflationsraten von derzeit mehr als drei Prozent ein Minus.
FINANZKRISE MACHT HANDWERK ZU SCHAFFEN
Auch die Finanzkrise bekommt das Handwerk zu spüren. "Für kleine und mittlere Unternehmen ist es schon in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, an Kredite zu kommen", sagte Schleyer. "Das hat sich jetzt noch ein Stück verschärft." Die Banken würden noch schärfer auf die Bonität ihrer Kunden und deren Eigenkapitalausstattung achten.
Trotz der schwierigen Lage erwartet das Handwerk eine stabile Mitarbeiterzahl von etwa 4,8 Millionen. "Das Handwerk gehört nicht zu denen, die sich schnell von Mitarbeitern trennen", sagte Schleyer. Bei Neueinstellungen seien die Betriebe aber zurückhaltender geworden.
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