Liebscher: Inflation könnte kurzfristig weiter steigen
Wien (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) kann einen weiteren Anstieg der Inflation in der Eurozone nicht ausschließen.
Die Inflation habe im Juni vier Prozent erreicht und könnte durch anhaltend hohe Öl- und Rohstoffpreise länger als erwartet höher bleiben, sagte EZB-Ratsmitglied Klaus Liebscher am Freitag vor Journalisten. Erst 2009 sollte es zu einem Rückgang kommen.
"Ich kann nicht ausschließen, dass vorübergehend ein weiterer Anstieg der Inflationsrate eintritt. In welchem Ausmaß ist offen, aber ich bleibe bei dem Szenario, dass wir im Laufe des Jahres 2009 zu einer Moderation der Inflation kommen werden, wenngleich immer noch über unserer Definition der Preisstabilität", sagte Liebscher, auch Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Die Notenbank des gemeinsamen Währungsraumes hat am Donnerstag die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent erhöht.
Liebscher begründete die Zinserhöhung damit, dass man Zweitrundeneffekten - über höhere Löhne und Preise - vorbeugen und den Inflationsrisiken entgegenwirken wolle.
Die hohe Teuerung sei eine der größten Sorgen der Bevölkerung und die EZB werde alles daran setzen, die Kaufkraft zu erhalten, sagte er.
Ob es heuer, wie vom Markt erwartet noch zu einem weiteren Zinsschritt auf 4,5 Prozent beim EZB-Leitzins kommen könnte, wollte Liebscher nicht kommentieren. Es gebe keine vorgefasste Meinung im EZB-Rat.
"Wir werden in jeder Sitzung sicherlich immer wieder anhand der aktuellen Lage entscheiden was notwendig ist, und damit so umgehen, dass wir unser Mandat erfüllen", sagte Liebscher dazu.
Die EZB sieht eine Inflationsrate von knapp unter 2 Prozent auf mittlere Sicht als Preisstabilität an. Fortsetzung...

