Bundesbank: Personalkosten für Firmen immer weniger wichtig

Montag, 17. Dezember 2007, 13:59 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Personalkosten spielen für deutsche Unternehmen eine immer geringere Rolle.

Ihr Anteil an den gesamten Ausgaben machte im vergangenen Jahr nur noch 16,5 Prozent aus, wie die Bundesbank am Montag in ihrem Monatsbericht mitteilte. 1997 waren es noch 19,5 Prozent. "Ausschlaggebend dafür war die anhaltend moderate Lohnentwicklung", begründete die Bundesbank diesen Rückgang. Die Personalausgaben kletterten 2006 um drei Prozent, während die Materialkosten wegen teurer Rohstoffe mit 7,5 Prozent mehr als doppelt so schnell stiegen.

Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich gleichzeitig im Produzierenden Gewerbe, im Handel, im Verkehrsgewerbe und bei unternehmensnahen Dienstleistern um 12,5 Prozent auf 180 Milliarden Euro. Das ist fast die Hälfte mehr als 2003. Neben der Lohnzurückhaltung führt die Bundesbank dies auf das kräftige Geschäftswachstum zurück. Dadurch stieg die Ertragskraft der Unternehmen auf den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre: Die Brutto-Umsatzrendite - sie gibt das Verhältnis des Vorsteuergewinns zum Umsatz an - erreichte 4,5 Prozent.

Dank der höheren Gewinne vermehrten die Unternehmen ihr Geldvermögen um 119 Milliarden Euro. 2005 waren es noch 65,5 Milliarden Euro. Das finanzielle Polster für neue Investitionen und Beteiligungen habe damit zugelegt. Auch die Eigenkapitalbasis verbesserte sich deutlich. Die Bundesbank sieht damit die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum der Unternehmen gestärkt. Gleichzeitig sei die Wirtschaft weniger anfällig für Störungen von außen. "Die Erfolge sind vor dem Hintergrund der seit dem Sommer dieses Jahres zu beobachtenden Verspannungen an den Finanzmärkten besonders hoch einzuschätzen", hieß es.