Islands Währungshüter: Instabile Krone Gefahr für Wirtschaft
Berlin (Reuters) - Der Chefvolkswirt der isländischen Zentralbank hat vor Gefahren für die Wirtschaft durch die starken Wechselkursschwankungen gewarnt.
Die Währung sei eher eine Quelle für Instabilität, als dass sie externe Einflüsse dämpfen könne, sagte Arnor Sighvatsson der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Freitag. "Wir bewegen uns auf sehr gefährlichem Terrain." Hauptproblem sei es, die Währung zu stabilisieren, und dafür müssten die Währungshüter Vertrauen in die isländische Krone schaffen. "Ginge das Vertrauen vollends verloren, gäbe es einen Teufelskreis mit zerstörerischer Gewalt, der die Krone weiter fallen lässt und die Inflation noch mehr anheizt."
Die Einführung des Euro würde das Wirtschaftssystem Islands vermutlich stabilisieren, sagte Sighvatsson weiter. Ein Beitritt zur Europäischen Union, was Voraussetzung dafür wäre, sei aus politischen Gründen derzeit aber nicht durchsetzbar. Island gehört seit Anfang der 90er Jahre zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).
Neben dem hohen Außenhandelsdefizit sei auch der große Finanzsektor ein Risiko für Islands Wirtschaft, sagte der Zentralbanker. Weil die Kreditinstitute den größten Teil ihrer Geschäfte in Ausland machten, habe die Notenbank hier kaum einen Einfluss. Angst vor Hedge-Fonds müsse das Land jedoch nicht haben, auch wenn diese manchmal zu Schwierigkeiten beitragen könnten. Die isländische Regierung befürchtet, dass die Fonds die Krone ins Visier genommen haben und auf einen weiteren Verfall der Währung wetten. Die Krone ist zum Euro von 82 auf 120 gefallen und gehört damit zu den prominentesten Opfern der Finanzkrise.
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