EZB-Chef sieht keinen Wunsch nach mehreren Zinsschritten
Paris (Reuters) - EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat Spekulationen zurückgewiesen, in der Führung der Notenbank gebe es Sympathie für eine Serie von Zinserhöhungen in den kommenden Monaten.
Er habe nie gesagt, dass es eine Gruppe (im EZB-Rat) gegeben habe, die für eine Serie von Zinserhöhungen in den kommenden Monaten plädiert habe, sagte Trichet am Montagabend in Paris.
Der Notenbankchef bekräftigte jedoch, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung im Juli gebe. "Ich stehe zu dem, was ich vergangene Woche über die Möglichkeit einer Zinserhöhung erklärt habe", sagte Trichet. Die Zinserhöhung sei nicht sicher, aber möglich.
Trichet hatte am vergangenen Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rats mit überraschend deutlichen Worten für kommenden Monat eine Zinserhöhung in Aussicht gestellt und damit für großes Erstaunen bei Experten und an den Finanzmärkten gesorgt. Mehrere Ratsmitglieder hätten höhere Zinsen gefordert. Mit einer strikteren Zinspolitik will die Europäische Zentralbank (EZB) gegen die zuletzt wieder auf Rekordniveau gekletterte Inflation angehen.
Vergangene Woche hatten die Währungshüter den Leitzins für die Euro-Zone bei vier Prozent belassen. Er steht dort seit genau einem Jahr. Seitdem hatte sich die Notenbank wegen der Finanzkrise dagegen entschieden, die Zinsschraube noch weiter anzuziehen. Zuvor hatte die EZB die Zinsen Schritt für Schritt erhöht, um die Inflation im Aufschwung in Zaum zu halten.
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