Bundesbank-Chef: Werden den Worten Tagen folgen lassen
Frankfurt (Reuters) - Bundesbank-Präsident Axel Weber hat am Donnerstag in einem Fernsehinterview unterstrichen, dass die EZB im kommenden Monat wegen der rekordhohen Inflation die Zinsen erhöhen könnte.
"Wir haben klar signalisiert, dass Preisstabilität für uns Vorrang hat und wir den Worten Taten folgen lassen werden", sagte Weber in einem aufgezeichneten Interview der ARD. Die EZB müsse gegen die Inflation vorgehen. "Wir sind darüber alarmiert, wie in jüngster Zeit die Preise nach oben gegangen sind. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die Kaufkraft der Bürger verloren geht."
Weber betonte, die Entscheidungsträger der EZB und die Notenbankchefs der 15 Euro-Länder seien sich in ihrer Beurteilung der Lage einig. "Wir machen Geldpolitik für die gesamte Währungsunion. Wir sind uns einig, das sich die Wirtschaft kurzfristig leicht abkühlen wird, aber mittelfristig ist der Trend intakt. Wir sind uns auch darin einig, dass die Preise gestiegen sind seit Herbst und dagegen müssen wir vorgehen." Dies sei allerdings keine Vorab-Festlegung.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hatte zuvor überraschend deutlich gesagt, dass die Notenbanker bei ihrer nächsten Zinsentscheidung Anfang Juli an der Zinsschraube drehen könnten, um die Inflation in Zaum zu halten. Diese war zuletzt auf 3,6 Prozent gestiegen und lag damit so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro. An den Märkten waren die Äußerungen Trichets als Ankündigung einer Zinserhöhung im Juli verstanden worden.
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