Nullrunde im Boomjahr 2007 - Teuerung fraß Lohnerhöhungen auf

Freitag, 25. Januar 2008, 15:14 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Wegen der starken Teuerung haben die Arbeitnehmer 2007 trotz Gehaltssprüngen unter dem Strich eine Nullrunde hinnehmen müssen.

"Die tariflichen Monatsverdienste stiegen im Schnitt um 2,2 Prozent und damit genauso stark wie die Verbraucherpreise", hieß es am Freitag im Statistischen Bundesamt. Trotz des höchsten Anstiegs der Löhne und Gehälter seit vier Jahren ging somit der Aufschwung an vielen Beschäftigten vorbei, weil die Teuerung nichts übrig ließ.

Dies gilt jedoch nicht für die Boombranchen Maschinenbau und Chemie. Dort sprang im Schnitt ein Plus von 3,6 beziehungsweise 3,1 Prozent für die Angestellten heraus. In diesen Sparten konnten sich auch die Arbeiter über deutlich mehr Geld in der Lohntüte freuen: Im Maschinenbau zogen die Stundenlöhne um 4 Prozent an. Die Angestellten bei Bund, Ländern und Gemeinden, gingen indes leer aus: Sie erhielten keine Tariferhöhung.

In diesem Jahr dürfen die Beschäftigten wieder auf ein reales Lohnplus hoffen. Die Teuerungsrate wird nach Prognosen von Wirtschaftsinstituten zwar über zwei Prozent verharren, doch könnten die Lohnzuwächse diesmal kräftiger ausfallen. Die Gewerkschaften fordern fünf bis neun Prozent mehr. Verhandlungen stehen etwa im öffentlichen Dienst, in der Stahl- und Chemieindustrie, in der Textil- und Bekleidungsbranche, in der Energieversorgung, im Kfz-Gewerbe sowie in der Landwirtschaft an.