Ausland | Mittwoch, 2. Januar 2013, 07:17 Uhr

Mindestens 61 Tote bei Massenpanik in Elfenbeinküste

Abidjan Bei einer Silvesterfeier in Elfenbeinküste sind bei einer Massenpanik mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen.

Das Unglück ereignete sich in der größten Stadt des westafrikanischen Staates, Abidjan, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Zudem seien 49 Menschen verletzt worden, sagte Innenminister Hamed Bakayoko. Präsident Alassane Ouattara sprach von einer nationalen Tragödie und kündigte an, dass eine Untersuchung zur Ursache des Unglücks eingeleitet worden sei. Die Panik war in der Nähe eines Stadions ausgebrochen, in dem sich zahlreiche Menschen versammelten, um das Feuerwerk anzuschauen.

Augenzeugen berichteten davon, dass die Polizei versuchte, die Massen beim Verlassen der Feierlichkeiten zu lenken. Dies löste offenbar die Panik aus. Andere sagten, dass Anwesende Jagd auf einen Taschendieb in der Menge machten und dann die Polizei angriff.

Ein Reuters-Korrespondent berichtete von Blut und verstreuten Schuhen auf dem Areal. Frauen suchten nach vermissten Familienangehörigen. "Meine beiden Kinder sind hier gestern hingegangen", sagte Assetou Toure, eine Reinigungskraft. "Ich habe ihnen gesagt, dass sie nicht gehen sollen, aber sie haben nicht auf mich gehört. Sie sind gegangen als ich geschlafen habe. Was mache ich nur jetzt?" Toure wusste nicht, ob ihre Kinder der Panik unverletzt entkommen konnten.

Es war der schlimmste derartige Vorfall in Elfenbeinküste seit 2009. Damals kamen ebenfalls bei einer Massenpanik während eines Fußballspiels 18 Menschen ums Leben. Das Land versucht sich derzeit von seinem Bürgerkrieg 2011 zu erholen. In dem Krieg wurden 3000 Menschen getötet.

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