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Konjunktur | Donnerstag, 19. Januar 2012, 17:40 Uhr

Anleger vertrauen Frankreich und Spanien auch langfristig

Madrid/Paris Spanien und Frankreich können sich auch bei langlaufenden Staatsanleihen derzeit wieder günstiger verschulden.

Beide Länder sammelten am Donnerstag Milliarden am Kapitalmarkt ein und mussten den Investoren nicht mehr so hohe Zinsen bieten wie zuletzt. Frankreich platzierte Papiere im Volumen von knapp acht Milliarden bei einer mehr als doppelt so hohen Nachfrage. Spanien begab Anleihen über rund 6,6 Milliarden Euro, obwohl nur bis zu 4,5 Milliarden Euro geplant waren. "Wieder eine Reihe erfolgreicher Auktionen", sagte Analyst Richard McGuire von der Rabobank. "Das ist sicher ein weiterer Beleg dafür, dass der Markt die Rating-Aktion der vorigen Woche von S&P verdaut hat." Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von neun Euro-Ländern schlechter bewertet, darunter auch Frankreich und Spanien.

Bei der ersten Auktion von zehnjährigen Papieren nach der Herabstufung bot Spanien den Anlegern eine Rendite von 5,403 Prozent und damit weniger als zuletzt. Zum Vergleich: Ende 2011 konnte das hoch verschuldete Land Investoren nur mit Zinsen von fast sieben Prozent locken. Ein solch hohes Niveau gilt für die Refinanzierung von Staaten mittelfristig als untragbar. Spanien platzierte am Donnerstag auch Anleihen mit Laufzeiten bis 2016 und 2019. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret zeigte sich auf einer Konferenz in Abu Dhabi erfreut, dass die Emissionen "recht gut" gelaufen seien. Bereits Anfang der Woche hatte Spanien bei der Auktion von Schuldscheinen mit einer Laufzeit von bis zu 18 Monaten von sinkenden Renditen profitiert.

Frankreich, das bei S&P sein Top-Rating "AAA" verlor, stießt am Kapitalmarkt große Nachfrage. Die Papiere mit Laufzeit von 2014 bis 2016 waren zwei- bis dreifach überzeichnet. Die durchschnittliche Rendite für die Vier-Jahres-Papiere lagen bei 1,89 Prozent und damit rund einen Prozentpunkt unter dem Niveau von November. "Französische Auktionen enttäuschen nie", sagte Achilleas Georgolopoulos von der Lloyds Bank. "Vor allem nicht in diesen Zeiten, wo es überschüssige Liquidität gibt. Es wäre sehr überraschend, wenn französische Emissionen nicht deutlich überzeichnet wären." Zudem platzierte Frankreich rund 1,5 Milliarden Euro über Anleihen, die an die Inflation gekoppelt sind. Auch bei diesen Papieren gab es starke Nachfrage seitens der Anleger.

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