Ausland | Freitag, 14. Januar 2011, 08:25 Uhr

Frankreich führt Frauenquote für Vorstandsetagen ein

Paris Nach Norwegen und Spanien gilt nun auch in Frankreich eine Frauenquote für die Wirtschaft.

Das französische Parlament billigte am Donnerstag einen entsprechenden Gesetzentwurf für Großunternehmen. Demnach müssen diese binnen sechs Jahren mindestens 40 Prozent der Posten in ihren Vorstandsetagen für Frauen frei halten. Davor gilt für eine Übergangszeit von drei Jahren eine Mindestquote von 20 Prozent. Bislang erfüllen einem Parlamentsbericht zufolge lediglich sieben der 40 Firmen aus dem französischen Auswahl-Börsenindex CAC 40 die Kriterien. Die Vorstände seien im vergangenen Jahr insgesamt nur zu 15 Prozent mit Frauen besetzt gewesen.

Das neue Gesetz wurde sowohl von der konservativen Partei UMP von Präsident Nicolas Sarkozy als auch von den in der Opposition sitzenden Sozialisten unterstützt. Es betrifft rund 2000 Unternehmen, und zwar alle Firmen, die börsennotiert sind oder mehr als 500 Beschäftigte haben oder mehr als 50 Millionen Euro Umsatz machen. Zu den bekanntesten Frauen in Spitzenpositionen zählen in Frankreich die Chefin des Kernkraft-Konzerns Areva, Anne Lauvergeon, und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde. Norwegen hatte 2003 eine Frauenquote eingeführt, Spanien folgte 2007.

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