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Franzosen wählen Parlament - Macron vor weiterem Triumph
18. Juni 2017 / 10:12 / vor 4 Monaten

Franzosen wählen Parlament - Macron vor weiterem Triumph

Paris (Reuters) - Bei der Parlamentswahl am Sonntag in Frankreich steht Präsident Emmanuel Macron vor einem weiteren Triumph.

French President Emmanuel Macron attends a ceremony marking the 77th anniversary of late French General Charles de Gaulle's appeal of June 18, 1940, at the Mont Valerien memorial in Suresnes, near Paris, France, June 18, 2016. REUTERS/Bertrand Guay/Pool

Umfragen zufolge hat sein Lager beste Chancen, in der zweiten und entscheidenden Abstimmungsrunde die absolute Mehrheit zu erringen. Macrons Partei La Republique en Marche (LREM) und ihre Verbündeten dürften sich etwa drei Viertel der 577 Sitze in der Nationalversammlung sichern. Damit bekäme Macron ein starkes Mandat für die von ihm anvisierten Reformen und könnte durchregieren.

Macron gab seine Stimme am Morgen im nordfranzösischen Badeort Le Touquet ab. Danach flog er zu einer Zeremonie bei Paris zum Jahrestag eines Aufrufs des Staatsmannes Charles de Gaulle an die Franzosen im Jahr 1940, Widerstand gegen die deutschen Besatzer zu leisten. Macron dürfte sich im Parlament künftig auf eine ähnlich große Mehrheit stützen, wie sie zuletzt die Konservativen 1968 unter de Gaulle errangen.

Der 39-jährige Macron hatte erst Anfang Mai die Präsidentenwahl für sich entschieden. Auch in der ersten Runde der Parlamentswahl vor einer Woche zeichnete sich ein haushoher Sieg für Macrons Lager ab. Getrübt wurde das starke Votum allerdings durch eine geringe Wahlbeteiligung. Sie lag bei knapp 49 Prozent und dürfte in der Stichwahl Erhebungen zufolge noch um einige Punkte abrutschen. Bei der Stichwahl haben bis 12.00 Uhr nach Angaben des Innenministeriums 17,75 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der zweiten Wahlrunde im Jahr 2012 hatte die Beteiligung um diese Uhrzeit bei knapp 22 Prozent gelegen. “Die Leute wissen eben, dass die Sache bereits ausgemacht ist”, sagte der 38-jährige Alex Mpoy der Nachrichtenagentur Reuters.

In mehreren französischen Überseegebieten konnten die Wähler bereits am Samstag ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale in Frankreich bleiben bis 18.00 Uhr geöffnet, in großen Städten zwei Stunden länger. Unmittelbar danach wird mit ersten Ergebnissen gerechnet.

Die etablierten Parteien werden vermutlich eine erneute Schlappe kassieren. Republikaner und Sozialisten, die die Politik in Frankreich über Jahrzehnte dominierten, kommen jüngsten Umfragen zufolge auf lediglich 70 bis 95 beziehungsweise 20 bis 35 Sitze. Der rechtsextreme Front National wird wohl mit weniger als zehn Mandaten noch nicht einmal eine Fraktion bilden können.

Macron hatte bereits angekündigt, umgehend Reformen anzupacken. Er strebt einen radikalen Umbau des Arbeits- und Sozialwesens an, der insbesondere bei den Gewerkschaften umstritten ist.

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