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Konjunktur | Montag, 5. November 2012, 18:14 Uhr

G20-Staaten wollen sich mehr Zeit fürs Sparen geben

Mexiko-Stadt Aus Furcht vor einem Abwürgen des Wachstums wollen sich die größten Wirtschaftsnationen mehr Zeit bei ihren Sparprogrammen geben.

"Bei den Defizitzielen wird es vielleicht einige Anpassungen geben müssen", sagte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty am Montag auf dem G20-Treffen in Mexiko. Er verwies auf die Notwendigkeit, eine Lösung für die drohende Haushaltskrise in den USA zu finden. "Da könnte mehr Zeit notwendig sein." In einem Entwurf für das Abschluss-Kommunique hieß es, man werde sicherstellen, dass "die Geschwindigkeit der fiskalischen Konsolidierung angebracht ist, um das Wachstum zu unterstützen". Das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) endet am Montag.

Die G20-Staaten hatten 2010 auf ihrem Gipfel in Toronto zugesagt, die Haushaltsdefizite bis 2013 zu halbieren. Allerdings werden das wichtige Länder wie die USA und Japan kaum einlösen können. Dennoch strebt Deutschland eine Anschlussregelung zu den Vereinbarungen von Toronto an. Von dem Treffen in Mexiko-Stadt wurden kaum große Durchbrüche erwartet. Unter anderem nehmen US-Finanzminister Timothy Geithner, EZB-Chef Mario Draghi und führende chinesische Vertreter nicht an dem Gipfel teil.

Ein zentrales Thema des Gipfels war die Schuldensituation in den USA. Wenn sich der zerstrittene Kongress nicht bald nach der Präsidentenwahl am Dienstag auf eine Anhebung der Verschuldungsobergrenze einigt, drohen zum Jahreswechsel Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Umfang von 600 Milliarden Dollar. Das könnte das US- und damit auch das globale Wirtschaftswachstum in die Knie zwingen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) verlangt von der Regierung in Washington seit längerem eine glaubwürdige Strategie, wie sie ihre Schuldenprobleme mittelfristig den Griff bekommen will.

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