18. Juni 2017 / 11:32 / vor 3 Monaten

Britische Regierung wehrt sich nach Großbrand gegen Kritik

A banner hangs from a balcony near the Grenfell apartment tower block in North Kensington, London, Britain, June 17, 2017. REUTERS/Hannah McKay

London (Reuters) - Die britische Regierung hat sich gegen scharfe Kritik nach dem verheerenden Hochhaus-Brand mit 58 Toten verteidigt.

Nach einem ähnlichen Feuer in London im Jahr 2009 habe es Sicherheits-Empfehlungen gegeben, sagte Finanzminister Philip Hammond am Sonntag der BBC. “So weit ich das beurteilen kann, haben wir darauf korrekt und angemessen reagiert.” Die Opposition wirft der Regierung um Premierministerin Theresa May vor, Ratschläge nach einem Brand im Jahr 2013 ignoriert zu haben.

May war am Freitag nach einem Besuch in der Nachbarschaft des ausgebrannten Hochhauses von der Polizei vor wütenden Demonstranten in Sicherheit gebracht worden. Auch Mitglieder ihrer eigenen Konservativen Partei werfen ihr vor, sich zu spät mit Betroffenen getroffen zu haben. Die Regierungschefin steht ohnehin unter Druck, weil sie bei der von ihr selbst ausgerufenen Neuwahl die absolute Mehrheit im Parlament verloren hat. Sie hatte sich von der vorgezogenen Wahl einen Ausbau ihrer Mehrheit versprochen und wollte damit ihre Position bei den am Montag beginnenden Brexit-Verhandlungen mit der EU stärken. Der Abgeordnete John McDonnell von der oppositionellen Labour-Partei hat nach Mays Schlappe zu Massenprotesten im Land aufgerufen, um eine erneute Neuwahl und damit Mays Sturz zu erzwingen.

Königin Elizabeth II. bemühte sich, den Briten angesichts des Brandes, der politischen Krise und mehrerer Anschläge Mut zu machen. “Es ist schwer, sich der traurigen Stimmung im Lande zu entziehen”, sagte die 91-Jährige am Samstag anlässlich der Feierlichkeiten zu ihrem Geburtstag. Das Königreich habe aber in Zeiten der Not Entschlossenheit gezeigt. Jetzt sei es an der Zeit, Betroffene zu unterstützen.

Labour-Chef Jeremy Corbyn sagte am Sonntag den TV-Sendern der ITV-Gruppe, die Behörden des Londoner Stadtteils Kensington, in dem sich die Hochhaus-Brand ereignete, hätten nicht genügend Ressourcen zum Umgang mit einer Katastrophe dieses Ausmaßes gehabt. Dabei sei Kensington der wohlhabendste Bezirk des ganzen Landes. Angesichts der Katastrophe müsse man feststellen, dass sich einige Dinge in Großbritannien schlecht entwickelt hätten.

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