Reuters logo
Inflation in Großbritannien lässt allmählich nach
18. Juli 2017 / 09:21 / vor 2 Monaten

Inflation in Großbritannien lässt allmählich nach

A one pound coin lies on a Union Flag in Loughborough, Britain May 3, 2017. REUTERS/Darren Staples

London (Reuters) - Rund ein Jahr nach dem Brexit-Votum ebbt die Inflation auf der Insel etwas ab und liefert der Notenbank kaum Argumente für höhere Zinsen.

Die Teuerungsrate lag im Juni bei 2,6 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte. Experten hatten mit einem Anstieg von 2,9 Prozent gerechnet, nachdem die Preise im Mai im selben Tempo geklettert waren. Die Teuerung erreichte damals fast ein Vier-Jahres-Hoch. Dass sie nun niedriger ausfiel, liegt vor allem an den gefallenen Ölpreisen. Die Inflation ist schon seit längerem höher, als es der Notenbank lieb ist. Diese strebt eine Rate von zwei Prozent an.

Für Preisauftrieb hat insbesondere die starke Pfund-Abwertung nach dem Anti-EU-Referendum gesorgt. Dadurch verteuern sich importierte Waren, womit zugleich die Inflation nach oben getrieben wird.

Das Pfund Sterling drehte am Dienstag nach den Daten ins Minus und notierte mit 1,3031 Dollar 0,2 Prozent tiefer.[L5N1K91WX] Laut Finanzminister Philip Hammond wird sich die Wirtschaft “mit der Zeit” an das schwächere Pfund anpassen. So dürften die Exporteure ihre Produktion steigern, um Wettbewerbsvorteile auf den Auslandsmärkten im Zuge des schwächeren Pfunds auszuspielen.

Doch zuletzt hat insbesondere die Finanzmetropole London die Brexit-Planungen zu spüren bekommen. Diese belasteten dort den Immobilienmarkt und bremsten den Stellenaufbau, wie aus einer Studie des Instituts Centre of London hervorgeht. Die Verhandlungen mit der EU laufen bereits, so dass die Uhr für die britische Mitgliedschaft tickt: Am 29. März 2019 soll sie enden. Viele Experten gehen davon aus, dass die Wirtschaft im Zuge des Brexits an Schwung verliert. Die Bank of England (BoE) hat den Leitzins im August 2016 nach dem Brexit-Schock auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Laut Zentralbankchef Mark Carney dürfte eine Zinserhöhung aber wieder ein Thema werden.

Doch von Reuters befragte Experten erwarten nicht, dass es im August zu einem solchen Schritt kommen wird. Nur zwei der befragten 80 Experten rechnen mit einer Erhöhung im kommenden Monat. Im Mittel erwarten sie, dass die Währungshüter den Zinssatz auch 2018 nicht antasten werden. Ökonom Shilen Shah vom Finanzhaus Investec Wealth & Investment geht davon aus, dass das Lager der Erhöhungsbefürworter in der Notenbank geschwächt wird: “Die sogenannten Falken in der BoE dürften es nicht mehr ganz so eilig haben.” Die Zentralbank hatte im Juni zwar den Zinssatz bestätigt, doch fiel die Entscheidung mit fünf zu drei Stimmen denkbar knapp aus.

Unsere WerteDie Thomson Reuters Trust Principles
0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below