Ägypten zieht nach Kritik von Christen Wahlbeginn vor | Reuters
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Ausland | Sonntag, 24. Februar 2013, 12:04 Uhr

Ägypten zieht nach Kritik von Christen Wahlbeginn vor

Kairo Die ägyptische Regierung hat den Termin für den Beginn der Parlamentswahl nach der Kritik von Christen vorgezogen.

Start solle nun am 22. April sein, fünf Tage früher als bislang geplant, twitterte der Sprecher des Präsidenten am Samstag. Die koptischen Christen hatten kritisiert, der bisherige Termin falle in ihre Oster-Feiertage. Die christlichen Minderheit stellt zehn Prozent der Bevölkerung.

Die Wahl selbst soll sich dann bis Juni hinziehen. Grund für die lange Dauer ist, dass die Behörden nicht ausreichend Personal zur Überwachung aller Wahllokale haben. Bereits die vorangegangene Wahl hatte sich von November 2011 bis Januar 2012 hingezogen. Damals waren die Islamisten stärkste Kraft geworden.

Präsident Mohamed Mursi will mit der Wahl den Schlussstein für die Umwandlungen nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak setzen. Die Muslimbruderschaft, die den gewählten Staatschef unterstützt, hat seither alle Urnengänge gewonnen.

Die Lage in Ägypten hatte sich zuletzt wieder zugespitzt. Anlässlich des zweiten Jahrestags des Aufstands gegen den Mubarak zogen in den vergangenen Wochen in mehreren Städten zahlreiche Ägypter auf die Straßen, um gegen den Islamisten Mursi, die neue Verfassung und vor allem den Einfluss der Muslimbruderschaft auf Politik und Regierung zu demonstrieren. Dabei kam es zu teils schweren Ausschreitungen, etwa 60 Menschen starben. Die instabile Lage wirkt sich auch auf die Wirtschaft des nordafrikanischen Landes aus. Die seit über zwei Jahren immer wieder aufkommenden Krawalle schrecken viele Touristen ab.

Der liberale Oppositionelle Mohamed ElBaradei rief am Samstag zum Boykott der Wahl auf. Er wolle den herrschenden Islamisten nicht die Hand zum Betrug reichen, erklärte der frühere Chef der UN-Atomaufsicht IAEA. Bei anderen Gruppen der Opposition stieß sein Vorstoß auf Zurückhaltung.

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