Glos bekräftigt Nein zu EU-Banken-Notfallplan
Berlin (Reuters) - Unmittelbar vor dem Sondergipfel der vier größten europäischen Länder hat sich die Bundesregierung erneut gegen ein europäisches Hilfsprogramm für Banken ausgesprochen.
Wirtschaftsminister Michael Glos sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", die Banken müssten gemeinsam und untereinander wieder Vertrauen aus eigener Kraft aufbauen. Der von Banken ins Gespräch gebrachte Auffang-Fonds lenke nur von dieser eigentlichen Aufgabe ab. Kern der Finanzmarktkrise sei das fehlende Vertrauen unter den Banken. "In dieser Situation den Staat aufzufordern, mit großangelegten Entschuldungsplänen verspieltes Vertrauen schon mal vorbeugend durch Steuergelder zu ersetzen, halte ich für nicht vertretbar", sagte der CSU-Politiker laut Vorabbericht.
In Paris wollen heute (Samstag) die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Italien zusammen mit der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank gemeinsame Schritte im Kampf gegen die Finanzkrise beraten. Von dem Treffen soll nach den Worten von Frankreichs Ministerpräsident Francois Fillon die Botschaft ausgehen, dass der Staat falls nötig bereit ist, das Bankensystem zu stabilisieren. Ein Rettungspaket für die Banken, wie es die USA gestern beschlossen haben, steht in Europa allerdings nicht zur Diskussion. Während Banken und Sparkassen die Idee von einem EU-Auffang-Fonds unterstützen, lehnen neben der Bundesregierung auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und der Chef der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker, einen solchen Fonds ab.
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