MAN verkauft Ferrostaal an arabische Staatsfirma IPIC

Dienstag, 7. Oktober 2008, 17:09 Uhr
 

München (Reuters) - Der Münchener Maschinen- und Nutzfahrzeugbauer MAN verkauft den Industriedienstleister MAN Ferrostaal an die Staatsfirma International Petroleum Investment Company (IPIC) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die Araber übernähmen nach einer Absichtserklärung 70 Prozent der Anteile rückwirkend zum 1. Januar 2008, teilte MAN am Dienstag mit. Über Details sei bis zum endgültigen Abschluss Stillschweigen vereinbart worden. Die Transaktion solle im ersten Quartal 2009 über die Bühne gegangen sein. MAN bleibe mit 30 Prozent weiter an Ferrostaal beteiligt.

Die bisherige Tochter bleibe als Unternehmen in seiner jetzigen Struktur und mit dem derzeitigen Management erhalten. IPIC wolle Projektaufträge an Ferrostaal vergeben. MAN war seit Sommer auf der Suche nach einem Käufer für die Tochter mit ihren 4300 Mitarbeitern. "Damit ist der 2005 eingeleitete Fokussierungsprozess der MAN Gruppe beendet", erklärte MAN-Chef Hakan Samuelsson.

Die IPIC investiert für die Regierung in Abu Dhabi vor allem in Öl- und Gasprojekte. Ihre Investments haben einen Wert von mehr als zwölf Milliarden Dollar. Das Unternehmen hält Anteile an der Hyundai Oilbank in Südkorea, an der spanischen Cepsa, an Borealis und OMV in Österreich sowie an der japanischen Raffineriegruppe Cosmo.

Die Essener Ferrostaal hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt auf Anlagenbau für die Petrochemie als auch für die alternative Energiegewinnung spezialisiert. Die Firma mit einem Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Euro beteiligte sich zuletzt an Solartechnikunternehmen wie der Aachener Solitem. Zudem errichtete Ferrostaal gemeinsam mit der Erlanger Solar Millenium ein Kraftwerk in Andalusien, wo über Parabolspiegel Strom aus Sonnenwärme gewonnen wird.

Aufgrund seiner Ausrichtung passe Ferrostaal gut zum übrigen IPIC-Portfolio, erklärte IPIC-Chef Khadem Al Qubaisi. "Die Beteiligung erlaubt es uns auch, unser eigenes Portfolio gezielt zu ergänzen. Wichtig sind dabei die erneuerbaren Energien, in denen MAN Ferrostaal eine Schlüsselrolle spielen kann und mit denen wir uns bei Zukunftstechnologien verstärken wollen."

MAN erklärte den Konzernumbau für abgeschlossen und will sich künftig nur noch um den Maschinenbau in der Transportbranche kümmern. Der Münchener Konzern hatte sich bereits vor längerem von dem Druckmaschinenhersteller MAN Roland getrennt.