Wahlsieg Obamas beflügelt Asien-Börsen
Hongkong (Reuters) - Der deutliche Sieg von Barack Obama bei der US-Präsidentenwahl hat die asiatischen Börsen am Mittwoch auf ihren höchsten Stand seit drei Wochen getrieben.
In der Hoffnung auf mehr Klarheit über den künftigen US-Kurs in der größten Weltwirtschaftskrise seit 80 Jahren legten vor allem Exportwerte zu. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4,5 Prozent im Plus bei 9521 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 6,2 Prozent auf 966 Zähler. Auch die Kurse an den Aktienmärkten in Südkorea, Hongkong, Singapur, Australien und Shanghai legten deutlich zu. Lediglich die Börse in Taiwan verzeichnete leichte Verluste.
Die Hoffnung auf ein Ende politischer Unsicherheiten hatte bereits am Vorabend den US-Börsen zu ihren größten Gewinnen an einem Wahltag verholfen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss rund 3,3 Prozent höher bei 9625 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann vier Prozent auf 1005 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 3,1 Prozent auf 1780 Punkte.
Zu den größten Gewinnern in Tokio gehörten Exportwerte. So sprangen die Aktien des zweitgrößten japanischen Autobauers Honda um mehr als 13 Prozent in die Höhe. Die Papiere des Branchenführers Toyota legten über zehn Prozent zu. Der Elektronikgigant Sony verzeichnete einen Kursgewinn von gut neun Prozent. Auch die zuletzt schwer gebeutelten Finanzwerte erholten sich. Die Aktien der größten japanischen Bank Mitsubishi UFJ Financial gewannen 11,3 Prozent. Die Papiere der Rivalin Mizuho Financial legten sogar um mehr als 16 Prozent zu.
"Mit dem Ende der US-Präsidentenwahl dürften auch einige politische Unsicherheiten geklärt werden, und an den Märkten wächst der Optimismus über die neue US-Regierung", sagte Analyst Park Hyo Jin von Goodmorning Shinhan Securities. Börsenexperte Erin Kim von Woori Inv & Securities erwartet von den USA unter Obama zwar einen protektionistischeren Kurs in Handelsfragen. Dieser werde aber nicht so aggressiv sein wie in den 1980er Jahren, denn ein zu starker Protektionismus werde den Abschwung der Weltwirtschaft nur noch weiter verschärfen.
Der Dollar erholte sich in Fernost von seinen kräftigen Vortagsverlusten zum Euro. Die Gemeinschaftswährung gab mehr als ein Prozent nach auf 1,2834 Dollar. Zum Yen verlor der Dollar dagegen etwas auf 99,50 Yen. Der Ölpreis fiel um rund zwei Dollar auf 68,50 Dollar. Händler begründeten dies mit Gewinnmitnahmen, nachdem der Preis im Zuge von Spekulation über Produktionskürzungen in Saudi-Arabien und anderen Opec-Ländern am Dienstag um zehn Prozent gestiegen war.
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