Ahmadinedschad-Vize wegen Koran-Tanzes im Iran unter Druck
Teheran (Reuters) - Ein Vize-Präsident des iranischen Staatschefs Mahmud Ahmadinedschad ist wegen eines Koran-Tanzes in die Kritik geraten.
Der für Kultur- und Tourismusfragen zuständige Esfandiar Rahim Maschaie soll laut Medienberichten vom Sonntag Gastgeber eines Festes gewesen sein, bei dem Frauen während eines Tanzes das Heilige Buch des Islam in Händen hielten. Ein hoher Geistlicher beschrieb die Feier als "schändlich". Eine Gruppe von Klerikern, die auch im Parlament in Teheran sitzen, forderte Ahmadinedschad auf, rechtlich gegen die Verantwortlichen vorzugehen, wie die Nachrichtenagentur Insa meldete.
Schon vergangenen Monat musste der iranische Innenminister wegen eines gefälschten Universitätsrangs aus dem Amt scheiden. Im Zuge der erneuten Diskussion über ein Regierungsmitglied wandte sich am Wochenende auch eine Partei von Ahmadinedschad ab, die ihn bislang unterstützt hatte.
Beobachtern zufolge gibt dies ein dreiviertel Jahr vor der Präsidentenwahl Gegnern Ahmadinedschads Auftrieb, der vor allem wegen seines Wirtschaftskurses selbst zunehmend in der Kritik steht. Ahmadinedschad wird sich bei der Wahl im Juni jedoch wohl erneut um den Posten bewerben. Die Mehrzahl der Beobachter geht im Fall seiner Kandidatur von einer Wiederwahl aus.
Ahmadinedschad ist im Ausland vor allem wegen seiner Israel- und Atompolitik umstritten. Der Golfstaat steht im Verdacht, unter dem Deckmantel der zivilen Kernkraft-Nutzung den Bau von Atomwaffen anzustreben. Die Regierung in Teheran bestreitet das.
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