Commerzbank-Chef - Zahlen Dresdner Bank aus liquiden Mitteln
Frankfurt (Reuters) - Die Commerzbank hat nach eigenen Angaben nicht die staatliche Finanzspritze von 8,2 Milliarden Euro genutzt, um die Dresdner Bank vorzeitig komplett zu schlucken.
"Das hat nichts miteinander zu tun. Die 1,4 Milliarden Euro finanzieren wir komplett mit vorhandenen liquiden Mitteln", sagte Vorstandschef Martin Blessing der "Welt am Sonntag" in einem Interview laut einem Vorabbericht vom Samstag. Vielmehr habe der Wertverlust beider Institute in der Finanzkrise den Schritt möglich gemacht.
Die Commerzbank und der bisherige Dresdner-Bank-Eigentümer Allianz hatten sich in der Nacht zum Freitag darauf geeinigt, die Komplett-Übernahme der Bank um ein halbes Jahr auf März 2009 vorzuziehen. Der Münchener Versicherungsriese erhält für die restlichen 40 Prozent der Anteile statt Commerzbank-Aktien 1,4 Milliarden Euro in bar. Insgesamt zahlt die Commerzbank damit statt der vereinbarten mehr als neun Milliarden Euro nur gut fünf Milliarden. Die Commerzbank-Aktie war seit dem Abschluss des Vertrags um zwei Drittel eingebrochen.
Blessing sagte die vorzeitige Übernahme werde nicht dazu führen, dass die Commerzbank weniger Kredite vergeben könne. "Dieser Vorwurf wäre ohne Substanz", betonte er. Grundsätzlich würden aber "Kredite teurer und für den einen oder anderen auch knapper". Vor allem Mittelständler, die keine feste Beziehung zu einer Hausbank gepflegt hätten, könnten Probleme bekommen.
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