Indien übergibt Pakistan Beweismaterial zu Anschlägen von Bombay

Montag, 5. Januar 2009, 13:24 Uhr
 

Neu-Delhi (Reuters) - Fast sechs Wochen nach der Anschlagsserie in Bombay hat Indien der pakistanischen Regierung Beweismaterial zu den Angriffen übergeben und damit den diplomatischen Druck auf das Nachbarland erhöht.

Die Informationen beträfen Personen in Pakistan, teilte das indische Außenministerium mit. "Wir erwarten, dass die Regierung Pakistans umgehend weitere Ermittlungen in ihrem Land veranlasst und die Ergebnisse mit uns teilt, um die Täter zu bestrafen." Indien hat pakistanische Extremisten für die Anschläge auf Hotels und andere Ziele in Bombay verantwortlich gemacht, bei denen Ende November 179 Menschen getötet worden waren.

Zu dem Beweismaterial gehören den Angaben zufolge ein Geständnis des einzigen überlebenden Attentäters, Belege für Kommunikationsverbindungen der Täter mit Personen in Pakistan sowie Daten von Satellitentelefonen und Navigationsgeräten. Der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi sagte, er werde die Informationen sorgfältig prüfen. Als "Spekulation" wies er Äußerungen des indischen Innenministers Palaniappan Chidambaram zurück, es gebe Anzeichen für eine Verwicklung staatlicher Stellen in Pakistan in die Anschläge.

Indien hat sich unzufrieden über die bisherige Reaktion des Nachbarlands auf die Anschläge gezeigt. Die Regierung in Neu-Delhi verlangt die Zerstörung von Extremistenlagern und die Auslieferung von 40 Verdächtigen. Pakistan hatte bislang als Vorbedingung Beweise gefordert.