Zeuge von Althaus-Skiunfall meldet sich bei Ermittlern

Montag, 5. Januar 2009, 15:40 Uhr
 

Leoben (Reuters) - Bei der Staatsanwaltschaft in Österreich hat sich ein erster Zeuge des schweren Skiunfalls von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus gemeldet.

Die Aussage des Unfallzeugen sei für die Ermittler sehr wichtig und werde in das Gutachten des Sachverständigen einfließen, sagte Staatsanwalt Walter Plöbst am Montag in Leoben. Einzelheiten nannte er nicht. Althaus selbst war weiter nicht vernehmungsfähig. Nach Auskunft seiner Ärzte ist unklar, wann er wieder voll zeitlich und räumlich orientiert sein wird und damit fit für eine Befragung.

Gegen den 50-jährigen Ministerpräsidenten laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Beim Skifahren am Neujahrstag war er an einer Pistenkreuzung mit einer Slowakin zusammengestoßen, die ihren Verletzungen erlag.

Die Ermittler rätseln seither, wie das Unglück geschehen konnte. Althaus war auf einer steileren roten Abfahrt unterwegs, die Slowakin auf einer einfacheren blauen Abfahrt. Der Politiker muss auf dem Weg zur Unfallstelle nach Angaben der Polizei ein Stück bergauf gefahren sein. "Um ins Tal zu kommen, hätte er in die andere Richtung - nach rechts - fahren müssen", sagte der Leiter der Alpinpolizei, Siegmund Schnabl, der "Bild"-Zeitung.

Nach Auskunft seiner Ärzte hat Althaus keine Erinnerung an das Unglück oder die Zeit danach. Der sportbegeisterte Politiker wisse auch noch nicht, dass seine Unfallgegnerin tot ist, sagte der Ärztliche Direktor des Kardinal Schwarzenberg'schen Krankenhauses, Reinhard Lenzhofer, im österreichischen Schwarzach. Die Ärzte wollten den 50-Jährigen derzeit keinen massiven Belastungen aussetzen, sondern ihn langsam und vorsichtig in die Wirklichkeit zurückholen.

Althaus' Gesundheitszustand habe sich positiv entwickelt, sagte Lenzhofer. Er habe seine Orientierung zwar noch nicht voll wiedergefunden und liege noch auf der Intensivstation, sei aber ansprechbar und habe keine Schmerzen. Die Ärzte seien optimistisch, dass der Ministerpräsident keine relevanten bleibenden Schäden zurückbehalten werde. Es werde bereits über eine Verlegung in die Universitätsklinik Jena beraten, einen Zeitpunkt gebe es dafür aber noch nicht.