Wall Street im Minus - Hoffnungen auf Konjunkturpaket

Montag, 5. Januar 2009, 19:09 Uhr
 

New York (Reuters) - Die US-Aktienmärkte sind mit Verlusten in die erste volle Handelswoche des Jahres gestartet.

Grund dafür waren nach den Kurssprüngen zum Jahreswechsel Händlern zufolge vor allem Gewinnmitnahmen. Von Meldungen über ein massives Steuerkürzungsprogramm des künftigen Präsidenten Barack Obama konnte die Wall Street nur wenig profitieren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,9 Prozent auf 8955 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,5 Prozent auf 927 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,6 Prozent auf 1622 Punkte ab. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 4983 Punkten aus dem Handel. Zu dem Zeitpunkt lag der Dow 0,7 Prozent im Minus.

Die Indizes in New York waren am Freitag mit Aufschlägen von über sechs Prozent aus der durch die Feiertage verkürzten Handelswoche gegangen. "Wir sehen heute ein paar Gewinnmitnahmen", sagte Frank Lesh von FuturePath Trading. "Momentan warten wir, ob es neue Nachrichten von der nächsten Regierung gibt, und wie die aussehen."

Obama warb am Montag bei seinem Besuch in Washington für eine rasche Verabschiedung eines weiteren Konjunkturpakets. Nach Reuters-Informationen soll das neue Paket einen Umfang bis zu 775 Milliarden Dollar haben und Steuerentlastungen von rund 310 Milliarden Dollar enthalten. Obama erklärte zudem bei einem Treffen mit seiner Parteikollegin und Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, er rechne mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Auf Unternehmensseite wurde der Markt unter anderem von Nachrichten um Apple-Chef Steve Jobs bewegt. Der Konzern-Chef trat Spekulationen über seinen Gesundheitszustand entgegen. Er habe nicht vor, sein Amt aufzugeben, schrieb Jobs in einem Brief an die Apple-Mitarbeiter. Die Papiere des PC-Herstellers stiegen um 4,2 Prozent.

Die Anteilsscheine des US-Pharmariesen Pfizer tendierten im Handelsverlauf 0,2 Prozent höher. Der Konzern peilt zur Stärkung seiner Geschäfte Großübernahmen an. "Wir sind offen für Zusammenschlüsse und sehen uns ständig potenzielle Kandidaten an - große, kleine und mittelgroße", sagte Konzernchef Jeff Kindler der "Financial Times" (Montagausgabe).

Die Aktien von Telekommunikationsunternehmen gerieten durch eine Herabstufungen der Ratingagentur Bernstein Research unter Druck. Die Agentur erwartet einen Rückgang der Handy-Verkäufe. Die Papiere von AT&T gaben um vier Prozent nach, die von Verizon sogar rund sieben Prozent.