Alcoa und Citigroup ziehen US-Börsen in die Tiefe

Dienstag, 13. Januar 2009, 07:01 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Börsen in New York haben am Montag aus Unbehagen vor der anstehenden US-Bilanzsaison deutlich an Boden verloren.

Die Anleger ließen Vorsicht walten, bevor der größte US-Aluminiumkonzern Alcoa nach Handelsschluss als erstes Schwergewicht Zahlen für das vierte Quartal vorlegen wollte. "Der Markt erwartet bereits jetzt die schlechteste Berichtssaison aller Zeiten", sagte ein Analyst. Für schwächere Kurse sorgten auch Äußerungen von Finanzminister Henry Paulson, wonach die US-Wirtschaft durch eine sehr schwierige Phase geht. Zudem kursierten neue Sorgen über den Finanzsektor, was vor allem die Titel der Citigroup zu spüren bekamen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 8474 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 8421 und 8602 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss 2,3 Prozent schwächer bei 870 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,1 Prozent und ging mit 1539 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt verlor der Dax 1,3 Prozent auf 4719 Punkte.

Im Blickpunkt standen die Aktien der Banken Citigroup und Morgan Stanley. Beide stehen Kreisen zufolge vor der Zusammenlegung ihres Brokergeschäfts. Die Citigroup-Aktie büßte 17 Prozent ein, die von Morgan Stanley verlor 1,4 Prozent. Händler sprachen von einem Verzweiflungsakt der Citigroup.

Die Papiere von Alcoa verloren vor Bekanntgabe der Quartalszahlen sieben Prozent. Grund war vor allem eine Verkaufsempfehlung der Deutsche-Bank-Analysten. Goldman Sachs wiederum empfahl den Verkauf von Aktien der Motorradschmiede Harley-Davidson. Die Titel des Traditionsunternehmens fielen deshalb zwölf Prozent. Bei den Technologiewerten zählte Apple mit einem Minus von gut zwei Prozent zu den Verlierern.

Der deutliche Rückgang der Ölpreise um rund drei Dollar je Barrel (159 Liter) auf knapp 38 Dollar lastete auf Energiewerten. Exxon-Aktien fielen um 1,3 Prozent.

Der US-Pharmakonzern Abbott Laboratories will mit einer Milliardenübernahme im großen Stil in das Geschäft mit Produkten zur Augen-Chirurgie und -Pflege einsteigen. Abbott bietet rund 1,4 Milliarden Dollar oder 22 Dollar je Aktie für Advanced Medical Optics (AMO). Die AMO-Aktie schoss um 143 Prozent in die Höhe und lag damit knapp unter der Offerte, während die Abbot-Titel 2,2 Prozent nachgaben.

Mit rabenschwarzen Prognosen hat die Weltelite der Autobauer auf der Branchenmesse in Detroit den Bedarf an staatlichen Stützungsmaßnahmen unterstrichen. Die schlechten Nachrichten sind jedoch offenbar bereits in den Kursen eingepreist: Die Aktie von General Motors GM tendierte drei Prozent fester, die von Ford konnte ebenfalls etwas zulegen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,31 Milliarden Aktien den Besitzer. 731 Werte legten zu, 2362 gaben nach und 72 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 645 im Plus, 2086 im Minus und 109 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 25/32 auf 112-18/32. Sie rentierten mit 2,314 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 46/32 auf 129-05/32 und hatten eine Rendite von 2,998 Prozent.