Novartis stellt kleine Menge eines Schweinegrippe-Impfstoffs her

Freitag, 12. Juni 2009, 08:12 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat die ersten zehn Liter seines neuen Impfstoffs gegen den Schweinegrippeerreger H1N1 hergestellt.

Dank eines zellbasierten Verfahrens sei die Produktion schneller als erwartet abgeschlossen worden, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag.

Das Verfahren ermögliche, mit der Herstellung des Impfstoffs zu beginnen, sobald der Erreger identifiziert sei, sagte das Basler Unternehmen. Daher sei es möglich gewesen, den Produktionsprozeß um Wochen abzukürzen. Der hergestellte Impfstoff werde nun in vorklinischen Studien getestet und ist auch für klinische Tests vorgesehen. Diese könnten bereits im Juli beginnen. Das Lizenzierungsverfahren werde dann im Herbst 2009 starten. Zum jetzigen Zeitpunkt habe Novartis bereits von mehr als 30 Regierungen Anfragen zu den Inhaltsstoffen des Impfstoffs erhalten, hieß es weiter.

Laut Novartis könne die Zellkultur-Impfstoff-Herstellungsanlage in deutschen Marburg nötigenfalls jede Woche Millionen Dosen des Impfstoffs herstellen. Eine weitere Anlage werde derzeit zusammen mit dem US-Gesundheitsministerium im US-Bundesstaat North Carolina errichtet, hieß es.

Am Donnerstag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Schweinegrippe die erste Influenza-Pandemie des 21. Jahrhunderts ausgerufen. Die WHO beschloss auf einer Dringlichkeitssitzung die Ansetzung der höchsten von sechs Warnstufen, weil sich immer mehr Menschen mit dem neuen Virus infizierten.