Neun SS-Männer in Italien wegen Massaker in Toskana verurteilt

Samstag, 27. Juni 2009, 16:19 Uhr
 

Rom (Reuters) - In Italien sind neun ehemalige SS-Männer wegen Kriegsverbrechen in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Ein Militärgericht in Rom befand sie am Samstag für schuldig, auf der Flucht vor den anrückenden Alliierten im Jahr 1944 in Dörfern der Toskana mehr als 350 Zivilisten getötet zu haben. Dass die neun Männer ihre Strafe verbüßen müssen, ist allerdings unwahrscheinlich, da sie mittlerweile zwischen 84 und 90 Jahre alt sind. In ähnlichen Fällen hatte Italien nie die Durchsetzung des Urteils erzwungen. Das Verfahren wurde im Jahr 1994 nach dem Fund einer Akte mit 695 ungeklärten Nazi-Verbrechen eröffnet. Ursprünglich waren elf Männer angeklagt. Einer verstarb, ein anderer wurde freigesprochen.

Das Gericht setzte zudem Entschädigungszahlungen in Höhe von 1,25 Millionen Euro fest, die Deutschland den betroffenen Gemeinden und den rund 50 Hinterbliebenen leisten soll. Ihre Angehörigen wurden von den deutschen Truppen zum Teil an Bäume und Zaunpfähle gefesselt und anschließend erschossen. Zurückgelassen wurden sie mit einem Schild um den Hals, auf dem stand: "Dies geschieht mit allen, die Partisanen helfen."