Quelle will Katalogdrucker Ende nächster Woche entlohnen
Düsseldorf/Frankfurt (Reuters) - Die Drucker des neuen Quelle-Katalogs sollen Ende nächster Woche ihr Geld bekommen.
Ein Sprecher von Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg sagte am Freitag, der Fürther Versandhändler werde am kommenden Donnerstag dank eines Massekredits wieder zahlungsfähig sein. Einer der beiden Katalogdrucker, der Schwarzwälder Druckkonzern Schlott, hatte die Auslieferung gestoppt, weil er zuerst Geld sehen will. Prinovis, wo zwei Drittel der Auflage gedruckt werden, liefert dagegen nach eigener Aussage bereits aus.
Görgs Sprecher sagte, der Insolvenzverwalter habe Schlott schon am Donnerstag die Zahlung avisiert und zugleich in einem Brief vor den Schäden infolge der Verzögerung gewarnt. Diese gefährde die Überlebensfähigkeit von Quelle.
"Wir haben vorproduziert, wegen der Zahlungsschwierigkeiten aber noch keinen einzigen Katalog an den Kunden ausgeliefert", sagte ein Schlott-Sprecher am Freitag. "Die fertigen Produkte stehen auf dem Hof, derzeit stehen die Maschinen. Wir würden wieder anfahren, wenn die Bezahlung sicher ist."
Der Staat hatte einen Massekredit über 50 Millionen Euro an Quelle bewilligt, die Kreditverträge sind aber noch in Arbeit. Den Staatskredit hatte die Valovis Bank, die die Forderungen von Quelle an ihre Kunden zwischenfinanziert, als Sicherheit gefordert. Die Bank hatte die Zahlungen nach dem Insolvenzantrag von Quelle und des Mutterkonzerns Arcandor eingestellt. Prinovis - ein Gemeinschaftsunternehmen von Bertelsmann und Axel Springer - reicht bereits die Zusage zur Übernahme der Produktionskosten. Der Druck und Versand des Katalogs kostet mehr als 20 Millionen Euro.
Görg will noch in diesem Monat erste Eckpunkte für einen Sanierungsplan für Quelle vorlegen, wie sein Mitarbeiter Jörg Nerlich der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht sagte. Es gebe bereits erste Interessenten für eine Übernahme von Quelle. Der Insolvenzverwalter wolle vor allem bei den Kosten ansetzen, um das Unternehmen verkaufsfähig zu machen. "Es wird drastische Maßnahmen geben müssen, die auch Arbeitsplätze kosten werden", bekräftigte Nerlich. "Wir schauen uns an, wo sich bei Quelle wie dauerhaft Rendite erzielen lässt und wo wir schneiden müssen." Im Moment gehe es am meisten um die Frage, von welchen Teilen sich Quelle trennen müsse, "weil wir deren Geschäft nicht mehr machen wollen", sagte Nerlich. Bei Quelle arbeiten fast 10.000 Menschen.
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