BMW schöpft Hoffnung auf Erholung
München (Reuters) - Der Autokonzern BMW schöpft Hoffnung auf eine Trendwende in der kriselnden Branche.
Vertriebsvorstand Ian Robertson sprach von "ermutigenden Signalen" im Markt. "Wir werden die Produktion in den nächsten sechs Monaten wieder anfahren", sagte Robertson der "Financial Times" (Dienstagausgabe). Die Belebung sei nicht nur auf den Produktionshochlauf des 5er Gran Turismo (GT) und des kleinen Geländewagens X1 zurückzuführen, sagte Robertson. Auch die Lagerbestände in Märkten, wo Kunden die Modelle direkt vom Hof des Händlers kaufen, seien weitgehend abgebaut und müssten wieder aufgefüllt werden, ergänzte ein BMW-Sprecher.
Die Aktien von BMW legten am Dienstagvormittag knapp vier Prozent auf 27,68 Euro zu, die von Daimler 2,5 Prozent auf 26,35 Euro.
Die Kurzarbeit werde weiter zurückgefahren, sagte der BMW-Sprecher. Im niederbayerischen Dingolfing, wo BMW seine großen Baureihen 5er, 6er und 7er fertigt, setzt der Konzern die Kurzarbeit wegen des Hochlaufs der GT-Fertigung im September und Oktober aus. In den beiden Folgemonaten gehe die Kurzarbeit voraussichtlich dann aber wieder weiter. Dingolfing ist am stärksten von der BMW-Absatzflaute betroffen. Dort arbeiten 10.500 Mitarbeiter kurz, konzernweit sind es 12.200. Seit Februar hat BMW allerdings die Zahl der Kurzarbeiter bereits halbiert. Im britischen Mini-Werk holt das Unternehmen Leiharbeiter wieder an Bord, von denen es sich zunächst getrennt hattet, wie der Vertriebschef sagte.
MARKTSTABILISIERUNG FÜR ENDE 2010 ERWARTET
Zum Jahresende hin werde es wieder Geschäftszuwächse geben, vor allem weil die Vergleichswerte von 2008 bereits schwach gewesen seien. "In den ersten sechs Monaten 2010 wird dann ein echtes Wachstum einsetzen", sagte der Manager. Bei BMW hat sich zuletzt der Absatzschwund verlangsamt, der Rückgang der Verkaufszahlen hatte sich im Juni auf knapp 13 Prozent reduziert. Ihren Absatz wollen die Münchener auch mittels der eigenen Finanzdienstleistungssparte ankurbeln und Neuwagendarlehen vergeben, die Kunden bei normalen Kreditinstituten kaum mehr bekommen. "Wir wollen die Lücke füllen, die die Banken geöffnet haben", sagte Robertson.
Der Gesamtmarkt steht dem Vertriebschef zufolge zumindest stellenweise vor einer Stabilisierung: "Ende 2010 könnte das Nachfrageniveau in einigen Regionen vergleichbar mit dem von 2007 sein", sagte er. Bereits am Montag hatte sich der Chef des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, optimistisch geäußert, dass vor allem die deutschen Nobelhersteller gute Wachstumschancen hätten. "Gerade die jüngsten Absatzzahlen der Oberklassefahrzeuge geben Anlass zur Hoffnung, dass sich die Märkte langsam wieder erholen", hatte Wissmann in einem Zeitungsinterview gesagt. Besondere Bedeutung hätten die zunehmenden Importe aus Schwellenländern. Auch Konkurrent Daimler hatte zuletzt angekündigt, die Kurzarbeit zurückzuschrauben, da die Talsohle der Krise erreicht sei.
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