Neue Hoffnung auf Konjunkturerholung lässt Renten sinken
Frankfurt (Reuters) - Neue Hinweise auf eine Stabilisierung der weltweiten Konjunktur haben am Dienstag für Verkaufsdruck an den Rentenmärkten gesorgt.
Händler verwiesen darauf, dass Konjunkturdaten aus den USA besser als erwartet ausgefallen seien und die US-Großbank Goldman Sachs mit ihrer Zwischenbilanz positiv überrascht habe. Aus Asien vermeldete Singapur ein gut 20-prozentiges Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal. Ein Wehmutstropfen kam allerdings aus Deutschland, wo die ZEW-Konjunkturerwartungen entgegen der Prognosen zurückgingen.
Der Bund-Future fiel um bis zu 80 Ticks auf 121,49 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe gab 63 Ticks auf 101,25 Zähler nach und rentierte mit 3,348 Prozent.
"Immer mehr Wirtschaftsdaten fallen besser als erwartet aus, und sogar der ZEW ist immer noch auf einem sehr hohen Niveau", sagte der Chefstratege der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer. "Offenbar sehen wir eine nachhaltige Stabilisierung der Wirtschaft, und die Märkte verarbeiten das ohne Euphorie."
Angetrieben von einem sprunghaften Anstieg beim Autoabsatz waren die US-Einzelhandelsumsätze im Juni unerwartet stark um 0,6 Prozent gestiegen. Die US-Produzentenpreise zogen mit 1,8 Prozent doppelt so stark an wie erwartet, ausschlaggebend hier waren die stark gestiegenen Energiepreise.
Vorsichtig optimistische und Dollar-stützende Töne kamen auch von US-Finanzminister Timothy Geithner. Die Maßnahmen gegen die globale Wirtschaftskrise fingen an zu greifen. In den USA sei eine gewisse Erholung von Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen spürbar, sagte Geithner auf einer Veranstaltung in Saudi-Arabien. Die Politik der Vereinigten Staaten sei auf einen starken Dollar ausgerichtet, um damit für mehr Stabilität im internationalen Währungssystem und unter den führenden Industrienationen zu sorgen, so Geithner.
Der Dollar profitierte nur leicht von den Äußerungen Geithners, der Euro fiel in der Spitze auf 1,3950 Dollar. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung um 1,3975 Dollar. In den vergangenen Wochen hat sich die US-Währung eher als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten profiliert. Der Euro profitierte im Gegenzug, wenn Investoren wieder zuversichtlicher und damit risikofreudiger wurden.
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