Europäische Aktienmärkte fester - Autowerte gefragt

Dienstag, 14. Juli 2009, 19:37 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Befördert von Auto- und Stahlwerten haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag fester geschlossen.

Die mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen von Goldman Sachs übertrafen zwar die Analystenprognosen, sorgten an den Märkten allerdings nicht für neuen Schwung. "Die Erwartungen lagen bereits im Vorfeld der Goldman-Zahlen sehr hoch, so dass vieles schon im Markt eingepreist war", sagte ein Börsianer. Der Dax ging 1,3 Prozent fester bei 4781 Punkten aus dem Handel. Der Europa-Index Stoxx50 schloss ebenfalls mehr als ein Prozent im Plus.

Nach den Goldman-Sachs-Zahlen grenzten die Aktien deutscher Banken ihre Gewinne ein, was Händler mit Gewinnmitnahmen begründeten. Deutsche Bank schlossen bei 46,69 Euro 2,6 Prozent fester, Commerzbank lagen mit 4,91 Euro 0,6 Prozent im Plus. Damit notierten beide deutlich unter ihren Tageshöchstständen von 47,94 und 5,09 Euro. Goldman-Sachs-Aktien lagen bei Handelsschluss in Europa leicht im Minus.

BMW FÄHRT AN DAX-SPITZE

An die Dax-Spitze setzten sich BMW-Papiere mit einem Plus von mehr als fünf Prozent. Händler verwiesen auf Aussagen des Vertriebsvorstands Ian Robertson. Er hatte in einem Zeitungsinterview von "ermutigenden Signalen" für den Automarkt gesprochen. Daimler stiegen um knapp drei Prozent.

Die Erwartung eines anziehendes Geschäfts bescherte den Stahlwerten Kursgewinne. Ein Auslöser für den Optimismus war die Wiederinbetriebnahme eines Hochofens durch die japanische Nippon Steel. KlöCo-Chef Thomas Ludwig sagte im Reuters-Interview, in der Branche mehrten sich die Anzeichen für eine Erholung. Salzgitter stiegen um 2,9 Prozent, ThyssenKrupp legten 3,8 Prozent zu. Auch die im MDax gelisteten Klöckner&Co stiegen um vier Prozent.

Q-CELLS SCHWÄCHSTER WERT IM TECDAX - IDS GEFRAGT

Im TecDax sorgten Software AG und Q-Cells für Furore. Q-Cells schockierte die Investoren mit einem Quartalsverlust und der Rücknahme seiner Umsatzziele. Mit einem Abschlag von mehr als 14 Prozent hielt der Solarzellenhersteller die rote Laterne im Technologieindex. "Die Zahlen sind eine Riesenenttäuschung", urteilte DZ-Bank-Analyst Sven Kürten.

Das Übernahmeangebot der Software AG für IDS Scheer katapultierte deren Aktien um 38 Prozent in die Höhe auf 14,95 Euro und damit knapp unter das Übernahmeangebot von 15 Euro. Damit waren IDS Scheer mit Abstand die größten Gewinner im TecDax. Während Analysten den IDS-Aktionären die Annahme des Angebots nahelegten, waren sie für die Software AG ein wenig skeptischer. Das Geschäft verwässere die Gewinnmargen des Darmstädter Unternehmens. Aus strategischer Sicht sei das Angebot aber sinnvoll. Aktien der Software AG fielen um 5,7 Prozent.

Für einen Dämpfer sorgten jüngste Konjunkturdaten. Zwar erzielten amerikanische Einzelhändler im Juni mehr Umsatz als erwartet. Dies war aber nur dem Autosektor zu verdanken. Ohne Autos legte der Umsatz deutlich weniger zu als von Analysten vorausgesagt. Auch der unerwartete Rückgang des ZEW-Index trübte die Stimmung zeitweise etwas ein.