UBS hat Kundengeld-Abflüsse noch nicht gestoppt
Zürich (Reuters) - Bei der Schweizer Großbank UBS fließen immer noch Kundengelder ab.
Das geht aus einem internen Brief von Konzernchef Oswald Grübel an die Mitarbeiter der Bank hervor, der Reuters am Dienstag vorlag. "Wir müssen alles daran setzen ... um diese Abflüsse, die wir insbesondere nach der Einigung mit den US-Behörden im Februar beobachteten, so rasch als möglich zu stoppen", schrieb Grübel. Insgesamt habe das zweite Semester, für das UBS bereits einen Verlust angekündigt hat, ermutigende Signale gebracht und die Bank sei auf gutem Weg, die Krise hinter sich zu lassen. Das operative Geschäft habe sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal verbessert.
Die strategische Neuausrichtung der Bank komme planmäßig voran. UBS werde auch weiterhin auf eine Kombination aus Wealth Management, Schweizer Geschäft und Investmentbank sowie institutionelle Vermögensverwaltung setzen, erklärte Grübel. "Erwarten Sie hier also keine Revolution."
Am 25. Juni hatte UBS für das zweite Quartal einen Nettoverlust angekündigt und erklärt, bis dahin sei auch die Netto-Neugeldentwicklung negativ gewesen. Im Zuge der Finanzkrise hatten Kunden Milliardenbeträge bei der Bank abgezogen. Analysten rechnen damit, dass der Quartalsverlust etwas unter den zwei Milliarden Franken der ersten drei Monate liegen dürfte.
Grübel warnte seine Mitarbeiter von "Easy Money" zu träumen und damit das Kundenvertrauen, das Ansehen des Unternehmens und den langfristigen Erfolg aufs Spiel zu setzen. Reputationsschädigendes Verhalten werde er nicht dulden, betonte der UBS-Chef.
Er sei überzeugt, schrieb Grübel weiter, dass die Schweizer Regierung ihr UBS-Paket werde gut platzieren können. Schließlich habe die Bank selbst erst kürzlich mit der Platzierung von Aktien ihre Kapitalbasis stärken können. Grübel begrüßte die im Zusammenhang mit dem Steuerverfahren in den USA angelaufenen Verhandlungen zwischen der Schweizer und der amerikanischen Regierung.
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