Bündnis von Politik und Industrie soll Elektroautos anschieben

Dienstag, 14. Juli 2009, 20:23 Uhr
 

Hamburg (Reuters) - Industrie und Energiewirtschaft wollen Elektroautos mit Hilfe der Politik zum Durchbruch verhelfen.

Die Verbände der Automobilindustrie (VDA), der Stromkonzerne (BDEW) und der Elektroindustrie (ZVEI) forderten am Dienstag eine langfristige und sichere Perspektive für die Entwicklung von Elektromobilität in Deutschland. Die Bundesregierung solle einen Sonderbeauftragten einsetzen, um die Kräfte zu bündeln. Bisher seien vier Ministerien mit dem Thema befasst - die Ressorts für Verkehr, Wirtschaft, Umwelt und Forschung.

"Vor einer breiten Einführung von Elektrofahrzeugen sind zahlreiche politische, regulatorische, technische und infrastrukturelle Voraussetzungen zu schaffen, die einen Schulterschluss von Politik, Industrie und Energiewirtschaft erfordern", hieß es in einer gemeinsamen verbreiteten Erklärung der Verbände. Durch eine entsprechende Forschungsförderung solle der Batterietechnik in Deutschland einen größeren Stellenwert bekommen.

Weltweit arbeiten alle größeren Autobauer an der Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Sie haben sich mit Batterieherstellern verbündet, um in den nächsten Jahren Modelle auf den Markt zu bringen. Allerdings dürften Elektroautos nach Überzeugung von Experten auf absehbare Zeit ein Nischendasein führen, wenn nicht flächendeckend Voraussetzungen für das Wiederaufladen der Batterien geschaffen werden. Nach Einschätzung der Industrie würden herkömmliche Verbrennungsmotoren für eine längere Übergangszeit weiterhin die Regel bleiben. Elektroautos dürften bis zum Durchbruch der Technik vor allem in Ballungsräumen zum Einsatz kommen. Damit wird nicht vor Mitte des nächsten Jahrzehnts gerechnet.

Die Stromkonzerne erhoffen sich neben einem höheren Stromabsatz vom massenhaften Einsatz der Batterien zusätzliche Speichermöglichkeiten, auf die sie bei Bedarf in der Stromversorgung zurückgreifen können. Deshalb arbeitet RWE mit Daimler zusammen, BMW kooperiert mit den Energiekonzernen E.ON und Vattenfall. Die Autohersteller setzen sich bereits seit längerem auf europäischer Ebene für einheitliche Standards bei Kabeln, Steckern und Ladestationen ein.