British Airways stärkt Kapitaldecke - Verlust in Q1
London (Reuters) - Die angeschlagene Fluggesellschaft British Airways sichert mit einer Stärkung der Kapitaldecke kurzfristig ihr Überleben.
Mit der Ausgabe von Wandelanleihen sollen 300 Millionen Pfund (348 Millionen Euro) in die leeren Kassen gespült werden, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Kreisen zufolge wurden die Papiere mit einer Laufzeit von fünf Jahren bereits vollständig am Markt platziert. Zudem sei mit den Verwaltern des Pensionsfonds der Fluggesellschaft eine Einigung über die Freigabe von Bankgarantien in Höhe von rund 330 Millionen Pfund (380 Millionen Euro) erzielt worden, teilte die Airline weiter mit. Dies sei der beste Weg, um eine Pleite zu verhindern.
Konzernchef Willie Walsh erklärte, durch die Schritte sei die Gefahr einer finanziellen Krise bei der Fluggesellschaft vorerst gebannt. BA sei eine der stärksten Airlines, was die Liquidität angehe. "Unsere Geschäftslage ist schwierig, aber wir haben vor der Konkurrenz Maßnahmen ergriffen", sagte Walsh. An der Börse wurde dies honoriert: British-Airways-Aktien notierten im Nachmittagshandel vier Prozent höher. Die Papiere haben im vergangenen Jahr nahezu 70 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Für das erste Geschäftsquartal gab die von der weltweiten Wirtschaftskrise hart getroffene Fluggesellschaft einen operativen Verlust von umgerechnet 116 Millionen Euro bekannt. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch einen Betriebsgewinn von 40 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz lag bei 2,3 Milliarden Euro.
Weitere Mittel könnte British Airways mit dem Verkauf der Verluste schreibenden Tochter OpenSkies einnehmen: Der Konzern habe die Investmentbank Reynold Partners mit der Suche nach einem Käufer beauftragt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person Reuters. Ziel sei es, schätzungsweise innerhalb der nächsten zwei Monate eine Mehrheitsbeteiligung an der Airline der gehobenen Preisklasse zu veräußern. Es gebe bereits informelle Kontakte mit möglichen Käufern. Der "Daily Telegraph" hatte zuvor berichtet, BA könne mit einem Anteilsverkauf zwischen 30 und 70 Millionen Pfund einnehmen. Eine BA-Sprecherin erklärte, angesichts des wirtschaftlichen Umfelds würden derzeit alle Aspekte des BA-Geschäfts geprüft.
Die Luftfahrtbranche leidet bereits seit längerem unter der Wirtschaftskrise. Auch die Lufthansa ist davon betroffen. Auch Air France-KLM kämpft einem Zeitungsbericht zufolge mit Problemen: Der Fluggesellschaft könnten einer Studie zufolge im kommenden Jahr die Barmittel ausgehen, falls die Nachfrage nicht wieder anzieht und die Ölpreise auf neue Höchststände steigen, wie "Les Echos" am Freitag berichtete. Für das Geschäftsjahr 2008/09 drohe ein noch höherer Verlust als die 129 Millionen Euro im Vorjahr.
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