Mexiko setzt im Drogenkrieg mehr Sicherheitskräfte ein

Freitag, 17. Juli 2009, 16:58 Uhr
 

Morelia (Reuters) - Im mexikanischen Drogenkrieg reagiert der Staat mit der Verstärkung der Sicherheitskräfte auf eine Serie von Anschlägen auf Polizisten im Bundesstaat Michoacan.

In der Heimat von Präsident Felipe Calderon sollen nun 5500 zusätzliche Polizisten und Soldaten gegen das Geschäft mit Marihuana vorgehen. Damit solle den Mitgliedern der Drogenkartelle deutlich gemacht werden, dass auch sie das Gesetz zu respektieren hätten, sagte Innenminister Fernando Gomez Mont bei Bekanntgabe der Pläne am Donnerstagabend. Erste Verstärkungen trafen in der Nacht in der Landeshauptstadt Morelia ein.

Mit Unterstützung gepanzerter Fahrzeuge und von Hubschraubern sollen in den nächsten Tagen Hunderte Polizisten und Soldaten Jagd auf Mitglieder des Drogenkartells "La Familia" machen. Ihr Ziel sind vor allem Schlupfwinkel der Kriminellen in gewaltgeplagten Städten wie Uruapan, wo 2006 die Köpfe von fünf Menschen in einer Bar platziert worden waren. Zur Vergeltung für die Festnahme eines führenden Bandenmitglieds waren am Wochenende zwölf Bundespolizisten ermordet worden. Ihre entkleideten und blutverschmierten Leichen wurden an einer Autobahn abgelegt.

Während des seit 2006 tobenden Drogenkriegs sind in ganz Mexiko etwa 12.800 Menschen getötet worden. "La Familia" ist in Michoacan so mächtig geworden, dass sie Teile der Polizei und auch mehrere Bürgermeister kontrolliert. Unter dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit dem Kartell nahmen Soldaten im Mai zehn Bürgermeister und eine Reihe Polizeiführer fest.