Novartis und Nestle halten Scheizer Börse im Plus
Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag dank kräftiger Kursgewinne der beiden Schwergewichte Nestle und Novartis fester geschlossen.
In den meisten anderen Sektoren gab es eine Konsolidierung. Der Eurex-Verfall blieb ohne Einfluss.
Besser als erwartete US-Unternehmensergebnisse sorgten für eine freundliche Grundstimmung. Vor der Flut von Zwischenberichten in der kommenden Woche hielten sich die Anleger aber zurück oder strichen ihre jüngst erzielten Gewinne ein. Der Bluechip-Index SMI hat diese Woche knapp sieben Prozent zugelegt. "Das war etwas viel", sagte ein Händler.
Der SMI schloss um 1,0 Prozent höher mit 5594 Punkten. Der breite SPI stieg um 0,9 Prozent auf 4801 Zähler.
Nach Goldman Sachs, JPMorgan und Intel schnitten auch die Bank of America, Citigroup, der Mischkonzerns General Electric, IBM und Google im zweiten Quartal besser als erwartet ab. Das schürte die Hoffnung auf eine baldige Erholung der Wirtschaft. Allerdings warnte BoA-Chef Kenneth Lewis vor Euphorie: "Vor uns liegen noch schwere Zeiten: die Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosenzahlen und eine sich verschlechternde Kreditqualität." Im vergangenen Quartal musste die grösste US-Bank wegen der höheren Kreditrisiken ihre Risikovorsorge deutlich erhöhen.
Die Finanzwerte tendierten dennoch mehrheitlich höher. UBS gewann 1,1 Prozent, während Credit Suisse nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus rutschte und 0,8 Prozent tiefer schloss. Julius Bär zog 1,6 Prozent an. Händler erklärten die verhaltene Reaktion auf das BoA-Ergebnis mit den Kursgewinnen, die die Finanztitel jüngst im Sog der Ergebnisse von Goldman Sachs und JPMorgan Chase bereits erzielt hatten.
Mit einem Plus von 7,2 Prozent zählten die Aktien von Georg Fischer zu den grössten Gewinnern. Zwar hat der Autozulieferer im ersten Halbjahr einen Verlust erlitten, will aber bereits 2010 wieder einen Betriebsgewinn erwirtschaften. Die Firma habe weniger schlecht gearbeitet als befürchtet, sagte ein Händler.
Die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestle und des Pharmakonzerns Novartis rückten 2,0 beziehungsweise 1,4 Prozent vor und waren damit fast im Alleingang für den Anstieg des Gesamtmarkts verantwortlich. Bei Novartis sprachen Händler von Anschlusskäufen nach dem gut aufgenommenen Quartalsbericht vom Donnerstag. Diverse Analysten hoben ihr Kursziel oder ihre Empfehlung für die Aktien an. Um 1,8 Prozent stieg Actelion. Die Biotechnologiefirma hat positive klinische Daten für einen experimentellen Wirkstoff zur Behandlung von Bluthochdruck im Lungenkreislauf veröffentlicht.
Uneinheitlich tendierten die Aktien von konjunkturzyklischen Unternehmen wie ABB, Clairant, Logitech, Sulzer oder Petroplus. Die Titel des Logistikkonzerns Kühne + Nagel verloren nach einer Zurückstufung durch JPMorgan 2,0 Prozent. Dagegen gewannen die von Konkurrent Panalpina, für die JPMorgan das Kursziel erhöht hat, 0,7 Prozent.
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