SPD will Kündigung wegen Bagatelldiebstahls verbieten

Montag, 21. Dezember 2009, 11:13 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die SPD will die Kündigung von Beschäftigten wegen Bagatelldiebstählen am Arbeitsplatz per Gesetz ausschließen.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Anette Kramme kündigte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag an, binnen vier Wochen einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Danach sollten Arbeitgeber verpflichtet werden, zunächst eine Abmahnung auszusprechen. Erst im Wiederholungsfall dürfe eine Kündigung in Betracht kommen, sagte die SPD-Politikerin. Es müsse verhindert werden, dass Arbeitgeber vor Gericht einen geringfügigen Diebstahl nur behaupten müssten, um einen Mitarbeiter loszuwerden.

Eine Reihe von Fällen geringfügiger Diebstähle am Arbeitsplatz hatte in den vergangenen Monaten für öffentliche Empörung gesorgt. So waren Kündigungen wegen des Verzehrs von Frikadellen oder der angeblichen Unterschlagung von Pfandbons für Mehrwegflaschen ausgesprochen worden.