Dax tritt auf der Stelle - Anleger verunsichert

Montag, 1. Februar 2010, 15:44 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Nach den Verlusten vom Januar haben sich die Anleger auf dem deutschen Aktienmarkt auch zu Beginn des neuen Monats zurückgehalten.

Bei geringen Umsätzen pendelte der Dax bis zum frühen Montagnachmittag meist um seinen Freitagsschluss von 5608 Zählern. "Ein echter Trend ist heute nicht zu erkennen", sagte ein Händler. Die Anleger seien verunsichert. "Man fragt sich, war das die Korrektur, oder geht es noch weiter abwärts." Im Januar hatte der Dax sechs Prozent verloren und damit die Dezember-Gewinne wieder komplett abgegeben. Seit März vorigen Jahres hat der Leitindex aber rund 60 Prozent von seinem 5-1/2-Jahrestief von 3588 Punkten aufgeholt.

Auslöser der Verluste im Januar war die Ankündigung der US-Regierung, den Finanzsektor künftig wieder stärker zu regulieren. Zudem fürchten viele Anleger, dass die Haushaltslage in Griechenland und Portugal außer Kontrolle geraten könnte. Nach den Worten von EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia unterstützt die EU-Kommission den Sparplan Griechenlands.

Nun warte der Markt vor allem auf neue US-Konjunkturdaten, sagten Börsianer. Die wohl wichtigste US-Zahl der Woche steht aber erst am Freitag mit dem Arbeitsmarktbericht für Januar auf den Terminkalendern.

FINANZWERTE LEICHT ERHOLT

Bis zum frühen Nachmittag wurde der Dax von den Finanzwerten unterstützt. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank legten bis zu zwei Prozent zu. Die Finanzaufsicht BaFin wird nach eineinhalb Jahren ungedeckte Leerverkäufe wieder zulassen. Mit dem Verbot der hochspekulativen Geschäfte hatten die Behörden nach dem Kollaps von Lehman Brothers im September 2008 eine Stabilisierung der Märkte unterstützt. Händler sprachen nun von einer Normalisierung weltweit. Auch in London und Amsterdam waren Finanzwerte gesucht. Barclays stiegen um knapp zwei Prozent, ING um 1,4 Prozent.

Schlusslicht im europäischen Stoxx50 waren die UBS-Aktien mit einem Abschlag von rund zwei Prozent. Die Titel litten Händlern zufolge vor allem unter dem Steuerstreit mit den USA. Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf hatte in einem Zeitungsinterview gewarnt, UBS könnte in den USA kollabieren, wenn die Gespräche mit der US-Regierung über die Lieferung von UBS-Kundendaten scheitern sollten.

INFINEON WEITER GESUCHT - RYANAIR HEBEN AB

Zu den Dax-Gewinnern gehörten nach zahlreichen positiven Analystenkommentaren Infineon-Aktien mit einem Plus von 1,6 Prozent. Gegen den Branchentrend zogen VW-Vorzüge um 2,2 Prozent an. Die Aktien der Lufthansa verteuerten sich um 1,3 Prozent und reagierten damit Händlern zufolge auf eine Prognoseanhebung des irischen Billigfliegers Ryanair, deren Aktien an der Börse in Dublin um 5,7 Prozent zulegten.

An die Spitze des Nebenwerte-Index setzten sich Krones-Aktien mit einem Plus von 6,8 Prozent. Der Finanzvorstand des Abfüllanlagen-Herstellers hatte in einem Zeitungsinterview schwarze Zahlen für das erste Halbjahr angekündigt.

Im TecDax gehörten die Aktien von Manz nach positiven Aussagen der Credit Suisse mit einem Plus von 4,5 Prozent zu den größten Gewinnern. Hingegen verloren die Aktien des Konkurrenten Centrotherm, nachdem die Schweizer Großbank sich skeptisch geäußert hatte.