Kretschmann will Mappus zum Einlenken bei EnBW bewegen

Montag, 28. März 2011, 19:14 Uhr
 

Stuttgart (Reuters) - Um eine unliebsame Besetzung des EnBW-Aufsichtsrats mit CDU- und FDP-Politikern zu verhindern, will der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann Amtsinhaber Stefan Mappus zum Einlenken bewegen.

Er wolle in Kürze Gespräche mit Mappus darüber führen, sagte Kretschmann am Montag in Stuttgart. Mappus hatte angekündigt, bei der EnBW-Hauptversammlung am 19. April Justizminister Ulrich Goll (FDP) und Staatsminister Helmut Rau (CDU) in den Aufsichtsrat des Energiekonzerns wählen zu lassen.

Als Mappus' Nachfolger und neuer Regierungschef in Baden-Württemberg wird Kretschmann voraussichtlich erst drei Wochen später am 12. Mai ernannt. Nach der Wahl der beiden Politiker in das Aufsichtsgremium könnte die neue grün-rote Landesregierung jedoch kaum noch Einfluss auf den Versorger EnBW nehmen, an dem das Land seit Ende vergangenen Jahres 45 Prozent hält.

Der Grünen-Politiker Kretschmann hatte angekündigt, EnBW umbauen und stärker auf erneuerbare Energie ausrichten zu wollen. Mit dem zweiten Eigentümer, den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (OEW), will Kretschmann Kontakt aufnehmen, wenn seine Regierung im Amt ist. Der Zweckverband OEW hält ebenfalls 45 Prozent an EnBW.

Mit der künftig in der Opposition agierenden CDU und FDP will Kretschmann einen neuen Umgangsstil pflegen. "Eine gute Opposition regiert mit", sagte der Grünen-Politiker. Die Union bekomme die Chance, wenn sie gute Vorschläge mache.

<p>Verkehrsschild mit dem Logo des Energieunternehmens EnBW neben dem Atomkraftwerk in Phillipsburg am 21. M&auml;rz 2011. REUTERS/Kai Pfaffenbach</p>