Aigner fordert von Sony rasche Aufklärung im Datenskandal

Dienstag, 3. Mai 2011, 14:35 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner dringt nach der zweiten Datenpanne des Elektronik-Konzerns Sony auf zügige Hilfe für die Millionen Kunden des japanischen Unternehmens.

Die Informationspolitik des Konzerns sei völlig inakzeptabel, erklärte die CSU-Politikerin am Dienstag angesichts der Millionen geklauter Kundendaten, unter denen auch Informationen über Konten und Kreditkarten sind. "Weder gibt es eine Hotline, an die Kunden sich wenden können, noch erfährt der Nutzer auf den Webseiten des Konzerns schnell und verständlich, wie er sich als Betroffener jetzt verhalten sollte."

Sony müsse schnell und konkret für Aufklärung sorgen, sagte Aigner. "Eine einmalige E-Mail an die Kunden und ein Hinweis auf der Webseite des Unternehmens sind nicht ausreichend." Befremdlich sei, dass der Konzern die Kunden und die Öffentlichkeit offenbar nur scheibchenweise über das wahre Ausmaß des Datenskandals informiere.

Zuvor hatte sich der Datenskandal bei Sony ausgeweitet. Der japanische Unterhaltungsriese räumte einen zweiten, massiven Hacker-Angriff ein, bei dem Unbekannte die persönlichen Daten weiterer fast 25 Millionen Kunden gestohlen haben könnten. Mit dem vergangene Woche bekanntgewordenen Daten-Leck sind damit nach Sony-Angaben insgesamt rund 102 Millionen Kunden betroffen. Dieses Mal verschafften sich Hacker Zugang zum Online-Spiele-Angebot der Japaner, Sony Online Entertainment.