TOP-THEMA-Facebook wagt Sprung an die Börse

Donnerstag, 2. Februar 2012, 09:01 Uhr
 

New York (Reuters) - Facebook gibt den Startschuss für seinen lange erwarteten Börsengang.

Das weltgrößte soziale Netzwerk beantragte am Mittwoch seinen Sprung aufs New Yorker Börsenparkett. Den Papieren zufolge will der Konzern mit der Emission bis zu fünf Milliarden Dollar einsammeln - und damit die Hälfte dessen was zuletzt immer wieder in den Medien kursierte. Trotz des geringer als erwarteten Volumens handelt es sich um den größten Börsengang eines US-Technologieunternehmens. Konkurrent Google hatte bei seiner Premiere 2004 knapp 1,7 Milliarden Dollar erlöst. Das 2004 vom Harvard-Studenten Mark Zuckerberg gegründete Facebook verfügt heute weltweit über 845 Millionen Nutzer, Google+ kommt auf 90 Millionen.

"Es gibt einen großen Bedarf und die große Gelegenheit, jeden in der Welt zu vernetzen, jedem eine Stimme zu geben und dabei zu helfen, die Gesellschaft für die Zukunft vorzubereiten", sagte Zuckerberg. Bei der Beantragung des Börsengangs gab das Netzwerk erstmals Einblick in seine Bilanz. Demnach stieg der Gewinn 2011 um 65 Prozent auf eine Milliarde Dollar. Der Umsatz lag bei 3,71 Milliarden Dollar. Hauptkonsortialführer des Börsengangs sind Morgan Stanley, Goldman Sachs sowie JP Morgan. Zudem begleiten die Bank of America, Merrill Lynch und Barclays Capital die Emission. Facebook könnte erstmals im Mai auf dem Kurszettel erscheinen.

Im Mittelpunkt der Facebook-Euphorie steht der 27-jährige Zuckerberg. Spätestens durch den Hollywood-Film "The Social Network" über die Entstehungsgeschichte des Konzerns wurde er weltweit bekannt. Noch heute absolviert der Milliardär wichtige Termine in T-Shirt und Turnschuhen. Zugunsten des Börsengangs will Zuckerberg beim Gehalt erst mal zurückstecken. Ab 2013 soll dieses effektiv nur noch bei einem Dollar jährlich liegen, hieß es in den Börsenpapieren. Derzeit betrage das Grundgehalt rund eine halbe Milliarde Dollar. Nach Forbes-Angaben vom März beläuft sich Zuckerbergs Vermögen auf geschätzte 13,5 Milliarden Dollar.

Die Unterlagen für den Börsengang geben erstmals auch Aufschluss über die Zusammenarbeit von Facebook mit dem Online-Spieleerfinder Zynga. Der Anbieter von "Farmville" stand im vergangenen Jahr für zwölf Prozent des Facebook-Umsatzes. Dieser wiederum setzt sich zu 85 Prozent aus Werbeeinnahmen zusammen. Zynga war erst im Dezember an die Börse gegangen und lieferte damit eine Art Blaupause für Facebook. Der Spiele-Entwickler nahm rund eine Milliarde Dollar ein.