Gewerkschaften - Psycho-Stress am Arbeitsplatz nimmt zu

Freitag, 18. Januar 2013, 17:38 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich nach einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Job psychisch gestresst.

"Der Druck am Arbeitsplatz nimmt zu, doch es wird zuwenig dagegen getan", sagte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Freitag in Berlin. Von knapp 5000 im Jahr 2012 befragten Beschäftigten fühlten sich demnach 56 Prozent stark oder sehr stark bei der Arbeit gehetzt. Das seien vier Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Sehr häufig oder oft "leer und ausgebrannt" fühlten sich demnach 44 Prozent.

Buntenbach und das IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban forderten Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf, umgehend eine Anti-Stress-Verordnung gegen arbeitsbedingten Stress und Burn-out auf den Weg zu bringen. Damit müsse sichergestellt werden, dass psychische Belastungen beim Arbeitsschutz stärker berücksichtigt würden.

VON DER LEYEN PLANT KONFERENZ AM 29. JANUAR

Die von der Bundesregierung kurz vor Weihnachten beschlossenen Änderungen im Arbeitsschutzgesetz nannte Urban einen "ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung". Die Regierung hatte damit klargestellt, dass die vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen am Arbeitsplatz auch psychische Faktoren berücksichtigen müssen. Die "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" steht auch im Mittelpunkt einer Konferenz, zu der von der Leyen am 29. Januar in Berlin Vertreter der Arbeitgeber, Gewerkschaften und gesetzlichen Unfallversicherung eingeladen hat. Bis dahin soll die ihr unterstellte Bundesanstalt für Arbeitsschutz einen Stressreport zu den psychischen Belastungen am Arbeitsplatz vorlegen.

Psychische Erkrankungen werden für Arbeitgeber immer mehr zu einem Kostenfaktor: Etwa 53 Millionen Krankheitstage pro Jahr gehen nach Angaben aus dem Arbeitsministerium auf ihr Konto.