Mehr als 1,5 Milliarden Dollar für syrische Flüchtlinge

Mittwoch, 30. Januar 2013, 17:56 Uhr
 

Kuwait (Reuters) - Die internationale Gemeinschaft will den syrischen Flüchtlingen mit Spenden von mehr als 1,5 Milliarden Dollar helfen.

Entsprechende Zusagen machten Staaten am Mittwoch auf einer Geberkonferenz in Kuwait. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte zugleich den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad auf, das Leiden der Bevölkerung zu stoppen. "So kann es nicht mehr weitergehen." Vor dem Bürgerkrieg sind 700.000 Syrer in Nachbarländer geflohen. Millionen Menschen müssen im Land selbst hungern und sind obdachlos.

Ban hatte zu Beginn der Konferenz in dem Golfstaat beklagt, dass die internationale Gemeinschaft auf Bitten der Vereinten Nationen nur sehr verhalten reagiert habe. Zum Abschluss der Konferenz sei das Ziel von 1,5 Milliarden Dollar aber übertroffen worden. Davon sind eine Milliarde Dollar für Nachbarländer Syriens vorgesehen. Weitere 500 Millionen Dollar sollen verwendet werden, um Vertriebenen in Syrien zu helfen. Ein Großteil der Hilfen kommt von Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Jeder dieser Staaten sicherte 300 Millionen Dollar zu. Deutschland, das ebenfalls an der Konferenz teilnahm, stockte seine Hilfe um umgerechnet 13,5 Millionen Dollar auf.

Hilfsorganisationen haben beklagt, dass zwischen Hilfszusagen und der Zahlung viel Zeit vergehen kann. Zudem gibt es Befürchtungen, dass die Lieferungen in Syrien nur den Regionen zugutekommen, die von der Regierung kontrolliert werden. Assad kämpft seit fast zwei Jahren gegen einen Aufstand, der sich zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet hat. Nach UN-Schätzungen sind dabei über 60.000 Menschen ums Leben gekommen.

BAN BEKLAGT VERBRECHEN AN BEVÖLKERUNG

Ban sagte, die Syrer erlitten jeden Tag Gräueltaten wie sexuelle Übergriffe, willkürliche Tötungen und Festnahmen. Nach Darstellung der Opposition wurden allein in der Millionenstadt Aleppo am Dienstag 65 Menschen umgebracht. Die Regierung machte Al-Kaida-Verbündete für die Tat verantwortlich, während die Opposition Assads Truppen beschuldigte. Eine Überprüfung der Informationen ist nicht möglich, die syrische Regierung hat ausländische Journalisten ausgewiesen.

Der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi warnte im UN-Sicherheitsrat vor einem Zerfall des Bürgerkriegslandes. Assad werde es möglicherweise gelingen, sich vorerst an der Macht zu halten. Aber die Legitimität der syrischen Führung sei wahrscheinlich unwiderruflich beschädigt, sagte Brahimi.

Der Sicherheitsrat streitet darüber, wie er sich in dem Konflikt verhalten soll. Drei Resolutionen, in denen Assads Vorgehen gegen die Protestbewegung verurteilt worden wäre, scheiterten am Veto Russlands und Chinas. Russland wirft westlichen und arabischen Staaten vor, die Rebellen in Syrien zu unterstützen. Beide Staaten nahmen an der Geberkonferenz in Kuwait teil.

Syrian refugees walk along tents at the Al Zaatri Syrian refugee camp in the Jordanian city of Mafraq, near the border with Syria January 30, 2013.Donor countries have pledged more than $1.5 billion to aid Syrians stricken by civil war, U.N. Secretary-General Ban Ki-moon said on Wednesday after warning that the conflict had wrought a catastrophic humanitarian crisis. REUTERS/Majed Jaber (JORDAN - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)