Clinton-Beraterin hält an umstrittener Obama-Kritik fest
Washington (Reuters) - Hillary Clintons Finanzexpertin Geraldine Ferraro hält trotz heftiger Kritik vehement an ihren umstrittenen Äußerungen zu Barack Obama fest.
Ihre Aussage, wonach der Senator aus Illinois seinen gegenwärtigen Erfolg im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nur der Tatsache verdanke, dass er schwarz sei, tue ihr "absolut nicht leid", betonte sie am Mittwoch im Fernsehsender ABC. "Ich glaube das." Ihre Kommentare seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Das Obama-Lager habe damit genau das erreicht, was es vermeiden wolle, nämlich eine Spaltung der Demokratischen Partei.
Persönlich sei sie zutiefst verletzt, sagte die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin. Obamas Mitarbeiter hätten ihre Aussagen so gedreht, dass sie nun im Verdacht stehe, eine Rassistin zu sein. Dabei habe sie seit 40 Jahren gegen Diskriminierung gekämpft.
Obama sagte NBC, er respektiere Ferraro, aber sie beteilige sich an einer Politik, die eine Keil durch Amerika treibe und an der niemand mehr interessiert sei, weil sich dadurch keine Probleme lösen ließen. Im Sender ABC betonte er zudem, dass angesichts der Geschichte der USA wohl niemand ernsthaft annehmen könne, es sei ein Vorteil, schwarz zu sein. "Aber ich denke auch nicht, dass es ein Nachteil ist", räumte Obama ein.
Ferraro hatte in einem Gespräch mit einer kalifornischen Zeitung gesagt, Obama befände sich nicht in seiner gegenwärtigen Position, wenn er weiß oder eine Frau wäre. "Er hat einfach sehr viel Glück, der zu sein, der er ist. Und das Land hat sich in diesem Konzept verstrickt."
Clinton bezeichnete die Aussagen Ferraros, die 1984 an der Seite von Walter Mondale im Rennen um die Präsidentschaft gegen Ronald Reagan und George Bush Senior scheiterte, als bedauerlich. Den von Obama geforderten Rücktritt lehnte sie aber ab. Obama unterstrich, in seinem Lager sei kein Platz für solche Kommentare. Vergangene Woche musste seine wichtigste außenpolitische Beraterin ihren Hut nehmen, nachdem sie Clinton in einem Zeitungsinterview als "Monster" verunglimpfte.
Obama liegt im erbitterten Kampf um die Kandidatur vor der einstigen Favoritin Clinton. Am Dienstag entschied er vor allem dank der Unterstützung schwarzer Wähler die Vorwahl im US-Bundesstaat Mississippi für sich. Das dürfte ihm Rückenwind für die nächste Vorwahl geben. Diese steht allerdings erst in sechs Wochen an. Dann geht es in Pennsylvania um knapp 160 Delegierte. Experten warnen nicht zuletzt angesichts der jüngsten Äußerungen aus dem Clinton-Lager, dass die Demokraten bis dahin in eine regelrechte Schlammschlacht abrutschen und sich die Anhänger beider Bewerber völlig zerstreiten. Die Republikaner können sich hingegen ungestört auf die eigentliche Präsidentenwahl im November vorbereiten, denn mit John McCain steht ihr Kandidat bereits fest.
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