E.ON überrascht mit Ergebnisentwicklung - Aktie gefragt
Düsseldorf (Reuters) - Der Energieriese E.ON hat im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn über den Markterwartungen gesteigert.
Der Düsseldorfer Versorger profitierte von Zuwächsen im kontinentaleuropäischen und skandinavischen Strom- und Gasgeschäft.
Die Erlöse seien in den ersten sechs Monaten um 16 Prozent auf 41,2 Milliarden Euro geklettert, teilte E.ON am Mittwoch mit. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe um sechs Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zugelegt. Damit übertraf E.ON die Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Durchschnitt einen Halbjahresumsatz von 39 Milliarden Euro vorausgesagt. Das bereinigte Ebit hatten sie auf 5,57 Milliarden Euro geschätzt. An der Börse setzten sich die E.ON-Aktien mit einem Plus von 3,5 Prozent an die Spitze im Dax.
E.ON bekräftigte, 2008 das bereinigte Ebit um fünf bis zehn Prozent steigern zu wollen. Das Gleiche gelte nun auch für den bereinigten Konzernüberschuss, für den der Versorger bislang eine "leichte Verbesserung" in Aussicht gestellt hatte. Mit einer solchen Formulierung umschreibt E.ON ein Plus von bis zu fünf Prozent. 2007 hatte der Konzern ein bereinigtes Ebit von 9,2 Milliarden Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss von 5,1 Milliarden Euro ausgewiesen.
Im kontinentaleuropäischen Strom- und Gasgeschäft profitierte der größte deutsche Energiekonzern auch von höheren Preisen. Belastend wirkten sich hingegen die Stillstände in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel aus. Auch in Skandinavien legte E.ON zu, während in Großbritannien Wechselkurseffekte und niedrigere Margen im Endkundengeschäft das bereinigte Ebit um 24 Prozent drückten.
BERNOTAT: WOLLEN IN EUROPA VOR ALLEM ORGANISCH WACHSEN
E.ON-Chef Wulf Bernotat kündigte an, nach den Milliardeninvestitionen der vergangenen Monate in Europa vor allem organisch wachsen zu wollen. "Mit unseren Investitionen in neue Kraftwerke in ganz Europa werden wir konsequent die Ertrags- und Wachstumschancen der europäischen Energiemärkte nutzen."
E.ON hatte vor wenigen Wochen für 11,5 Milliarden Euro Beteiligungen an Kraftwerken in Südeuropa erworben und damit die Niederlage im Kampf um die spanische Endesa endgültig abgeschlossen. In Skandinavien und Russland will der Konzern seine Marktposition ebenso ausbauen wie beim Geschäft mit Ökostrom. Auf der Verkaufliste stehen hingegen die Höchstspannungsnetze in Deutschland. E.ON hatte Ende Februar unter dem Druck der EU-Kommission überraschend angekündigt, die Netze zu verkaufen. Damit will der Konzern Kartellstrafen der Brüsseler Wettbewerbshüter abwenden.
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