Rückschlag für Koran-Film von niederländischem Rechtspolitiker
Amsterdam (Reuters) - Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat auf der Suche nach einer Ausstrahlungsmöglichkeit für seinen Koran-kritischen Film "Fitna" einen weiteren Rückschlag erlitten.
Der US-Datenbankdienst Network Solutions setzte die Internet-Seite außer Betrieb, über die Wilders seinen Film zeigen wollte. Der Online-Auftritt sei nach dem Eingang mehrerer Beschwerden vorläufig inaktiviert worden, teilte Network Solutions am Samstag mit. Das Unternehmen prüfe den Inhalt des Kurzfilms zunächst daraufhin, ob eine Ausstrahlung mit den Firmenrichtlinien vereinbar sei. In Amsterdam demonstrierten rund 1000 Menschen gegen den Film.
Weil die niederländischen TV-Sender eine Ausstrahlung verweigerten, wollte Wilders seinen umstrittenen Film bis Ende des Monats im Internet veröffentlichen. Auch nach dem neuen Rückschlag will Wilders nicht darauf verzichten. Wenn es sein müsse, werde er ihn persönlich in Amsterdam als DVD verteilen, sagte der Politiker von der rechten Freiheitspartei der Nachrichtenagentur ANP. Wilders hat mit seinen Filmplänen große Empörung in der muslimischen Welt ausgelöst. Zwar ist über den Inhalt kaum etwas bekannt. Doch hat der Politiker den Koran als "faschistisches" Buch bezeichnet und vor einem "Tsunami der Islamisierung" der Niederlande gewarnt. Wilders steht seit dem Mord an dem Filmemacher Theo van Gogh im Jahr 2004, der ebenfalls einen Koran-kritischen Film drehte, unter strenger Bewachung.
Die niederländische Regierung distanzierte sich von dem Film und appellierte an Wilders auf eine Ausstrahlung zu verzichten. Sie fürchtet ähnliche Anfeindungen in der muslimischen Welt wie sie Dänemark vor zwei Jahren nach dem Abdruck von Mohammed-Karikaturen in mehreren Zeitungen erlitten hatte. Am Freitag demonstrierten rund 5000 Menschen in der afghanischen Hauptstadt Kabul gegen den erneuten Abdruck der Karikaturen und gegen Wilders' Film. "Tod für Dänemark" und "Tod den Niederlanden" riefen sie. Die Niederlande haben 1650 Soldaten in Afghanistan stationiert.
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