Union und SPD in historischem Umfragetief
Berlin (Reuters) - So wenig Bundesbürger wie noch nie würden einer Umfrage zufolge ihre Stimme einer der großen Volksparteien geben.
Der gemeinsame Anteil von Union und SPD bei einer Wahl am nächsten Sonntag würde auf 61 Prozent sinken, ergab der am Freitag veröffentlichte Deutschland-Trend der ARD. Die Union bekäme demnach 36 Prozent der Stimmen, die SPD 25 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert für die Sozialdemokraten seit vier Jahren. Er lag damit zwei Prozentpunkte unter der Umfrage von Anfang Mai. Die Union verlor einen Prozentpunkt.
Profitieren konnten die kleineren Parteien: Die FDP gewinnt einen Prozentpunkt und kommt auf 11 Prozent, die Grünen gewinnen zwei und erreichen 12 Prozent. Die Linken würden ebenfalls 12 Prozent der Stimmen bekommen.
HOHE ZUSTIMMUNG FÜR BUNDESPRÄSIDENT KÖHLER
Im Auftrag der ARD fragte Infratest-Dimap auch nach dem künftigen Bundespräsidenten: 66 Prozent sprachen sich für Amtsinhaber Horst Köhler aus, 18 Prozent für Gesine Schwan, die Präsidentin der Universität Frankfurt-Oder. Sie war von SPD-Politikern als Kandidatin ins Gespräch gebracht worden. Allerdings hat sich die SPD offiziell noch nicht festgelegt, ob sie überhaupt einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt oder Amtsinhaber Köhler unterstützen wird.
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sagte, einer großen Volkspartei stehe es zu, einen eigenen Kandidaten zu benennen. "Die Entscheidung darüber ist eine politische, sie hängt nicht nur von den Stimmenverhältnissen in der Bundesversammlung ab", sagte der SPD-Politiker der Zeitung "Die Welt". Er verwies darauf, dass es in der Vergangenheit immer wieder die Wahl zwischen mehreren Kandidaten gegeben habe.
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