Hurrikan "Gustav" bedroht Haiti und Kuba
Miami (Reuters) - Nur eine Woche nach Tropensturm "Fay" ist Hurrikan "Gustav" auf den Karibikstaat Haiti zugerast.
Vorhersagen von Meteorologen zufolge dürfte der Wirbelsturm noch am Dienstag über den Südwesten von Haiti hinwegfegen und dem Land schwere Sturmböen und Regenfälle bringen. Im Wochenverlauf dürfte er in Richtung Süd-Kuba weiterziehen. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums in Miami erreichte "Gustav" bereits Windstärken von etwa 130 Kilometern pro Stunde. Die Regenmassen des Sturms könnten in Haiti wieder schwere Überschwemmungen auslösen. Durch "Fay" waren vergangene Woche mehr als 50 Menschen in dem armen Land ums Leben gekommen.
Der weitere Kurs von "Gustav" ist bislang noch nicht sicher absehbar. Einige Vorhersagen gehen aber davon aus, dass er über Kuba auch in den Golf von Mexiko ziehen könnte, wo sich zahlreiche Ölförderanlagen befinden. Dies führte bereits zu einem Anstiegs des Ölpreises. Ölkonzerne in Louisiana und Texas begannen bereits mit Vorbereitungen gegen den Sturm. In diesem Gebiet befinden sich Plattformen, die rund ein Viertel des US-Rohöls und 15 Prozent des US-Erdgases produzieren. Der Ölgigant Royal Dutch Shell will mit der Evakuierung seiner Anlagen am Mittwoch beginnen.
Im Jahr 2005 hatten die verheerenden Hurrikane "Katrina" und "Rita" durch die Zerstörung von Bohrinseln, Pipelines und Ölraffinerien zu einem Ausfall von rund einem Viertel der US-Treibstoff-Produktion geführt. Meteorologen rechnen in diesem Jahr ebenfalls mit einer besonders intensiven Hurrikan-Saison.
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