PPF zieht Übernahmeplan für Generika-Hersteller Zentiva zurück
Prag, 22. Jul (Reuters) - Die Investmentgesellschaft PPF zieht ihr Übernahmeangebot für den tschechischen Generikahersteller ZentivaZNTVsp.PR zurück. Mit dieser Ankündigung reagierte die von Tschechiens reichstem Geschäftsmann Petr Kellner kontrollierte Gruppe am Dienstag auf die Gegenofferte des französischen Pharma-Giganten Sanofi-Aventis(SASY.PA: Kurs) in Höhe von 1,65 Milliarden. "Die PPF-Gruppe hat nicht die Absicht, sich an einer Übernahmeschlacht mit Sanofi-Aventis zu beteiligen", teilte die Gesellschaft mit.
Die Franzosen hatten mit ihrem Angebot von 1050 Kronen je Aktie die PPF-Offerte von 950 Kronen je Anteilsscheinen übertrumpft. Analysten rechneten daraufhin mit einer Aufstockung des von der Investmentgruppe gebotenen Preises. "Die Entscheidung wurde von Zweifeln am realen Wert des Unternehmens sowie von Schritten des Zentiva-Managements in jüngster Zeit beeinflusst", teilte PPF nun aber mit.
Sanofi-Aventis würde mit der Übernahme von Zentiva sein Engagement in den osteuropäischen Wachstumsmärkten sowie im Generikageschäft stärken. Diese Sparte hatten die großen Pharmakonzerne bislang eher gemieden. Mittlerweile wird sie aber zur Expansion in Schwellenländern immer interessanter. Zudem leiden die Konzerne auch wegen auslaufender Patente und eines Mangels an umsatzstarken Nachfolgepräparaten zunehmend unter der Konkurrenz der Generika-Hersteller.
Für das erste Halbjahr erwartet Zentiva einen Umsatzanstieg von 32 Prozent, wie das Unternehmen ebenfalls am Dienstag mitteilte. Der Umsatz werde damit auf 8,9 Milliarden Kronen (387 Millionen Euro) steigen. Allein das starke Türkei-Geschäft werde dazu 2,6 Milliarden Kronen (113 Millionen Euro) beitragen. Das Unternehmen will am 4. August seine Quartalszahlen veröffentlichen.
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