Autoabsatz in Japan drastisch eingebrochen
Tokio, 05. Jan (Reuters) - In Japan ist der Autoabsatz im vergangenen Jahr drastisch eingebrochen. Klammert man Kleinstfahrzeuge mit niedrigem Hubraum aus, sanken die Verkaufszahlen auf den tiefsten Stand seit 34 Jahren. Der Absatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf 3,21 Millionen Fahrzeuge und damit das fünfte Jahr in Folge, wie der Verband der Automobilhändler Japans am Montag weiter mitteilte. Allein im Dezember brach die Zahl der verkauften Neuwagen, Lastwagen und Busse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf rund 183.500 ein. Damit verzeichnete die Branche die bislang schlechtesten Absatzzahlen in einem Dezember. Der Rückgang erfasste zudem alle Marken.
"Wir hätten nie vermutet, dass die Zahlen so stark zurückgehen könnten", sagte der Direktor des Verbands, Takeshi Fushimi. "Das ist eine trostlose Situation."
In Japan werden weniger Autos gekauft, da immer mehr Menschen in Großstädte und Ballungszentren ziehen, wo sie überwiegend öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Zudem drücken der Bevölkerungsrückgang und ein sinkendes Interesse junger Leute an Autos auf die Absatzahlen. Im vergangenen Monat hatte der Verband der Automobilhändler für 2009 eine Abnahme der Nachfrage nach Neuwagen auf 4,86 Millionen Fahrzeuge prognostiziert - dies wäre der erste Rückgang auf unter fünf Millionen seit 31 Jahren.
Unterdessen berichtete die Wirtschaftszeitung "Nikkei", Suzuki Motor(7269.T: Kurs) wolle die für 2010 geplante Einführung größerer Modelle vorerst auf Eis legen. Zudem plane der Autobauer angesichts der weltweit einbrechenden Nachfrage, den Bau neuer Fabriken in Russland und Thailand zu verschieben.
(Reporter: Chang-Ran Kim und Taiga Uranaka; geschrieben von Stefanie Huber; redigiert von Reinhard Becker)
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