FOKUS 1-Logitech verfehlt Ziele und baut Stellen ab

Dienstag, 6. Januar 2009, 11:40 Uhr
 

Zürich, 06. Jan (Reuters) - Der schweizerisch-amerikanische Computerzubehör-Hersteller Logitech (LOGN.VX: Kurs) hat im Weihnachts-Quartal weniger verkaufen können als erhofft und kann die für das bis Ende März 2009 laufende Geschäftsjahr gesetzten Ziele nicht erreichen. Nun sollen 500 der weltweit rund 9400 Arbeitsplätze gestrichen werden, wie Verwaltungsratspräsident Guerrino De Luca am Dienstag im Gespräch mit Reuters erklärte.

Bereits Ende Oktober hatte der Hersteller von Computermäusen, Tastaturen und Webkameras, der sich über Jahre beim Gewinn und Umsatz einem Wachstum von 15 Prozent verschrieben hatte, den Ausblick für das Geschäftsjahr 2008/09 auf ein Wachstum zwischen sechs und acht Prozent beim Umsatz und drei bis fünf Prozent beim Gewinn gesenkt. Doch seitdem habe sich das Marktumfeld noch einmal markant verschlechtert, erklärte Logitech weiter.

Neue Prognosen gab die Firma nicht ab. De Luca erklärte lediglich, es sei eine plausible Annahme, dass Gewinn- und Umsatzwachstum im nächsten Jahr hinter den zweistelligen Zuwachsraten der vergangenen Jahre liegen würden. Die gegenwärtige Krise sei schlimmer als alle anderen, sagte De Luca. "Die jetzt getroffenen Maßnahmen sind zwar sehr aggressiv, sie sind im gegenwärtigen Umfeld aber angemessen", sagte er weiter. Das Umfeld werde sich in den kommenden Monaten noch weiter verschlechtern. Langfristig will die Firma aber wieder zu zweistelligen Wachstumsraten zurückkehren. "Unser Produktportfolio für 2009 ist sehr stark. Dies wird uns helfen", sagte er.

Die Börse reagierte zunächst geschockt und die Aktien verloren anfänglich 13 Prozent. "Die Größenordnung der geplanten Stellenstreichungen deutet darauf hin, dass die Lage ernst ist. Ohne weitere Prognosen gehen wir davon aus, dass das Unternehmen für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 kein Wachstum erwartet", kommentierte die Bank Vontobel. Am späten Vormittag setzten in einem festeren Gesamtmarkt dann aber Käufe ein und der Titel, der im vergangenen Jahr 60 Prozent verloren hat, lag nur noch leicht im Minus.

(Reporter: Andrew Thompson; redigiert von Albert Schmieder)